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18.01.2016 - Thomas Krammer

Niederlagenserie beendet: Tigers gewinnen das Derby gegen Ludwigsburg


TÜBINGEN – Befreiungsschlag geglückt, und wie: Die WALTER Tigers Tübingen haben nach sieben Niederlage in Folge wieder ein Erfolgserlebnis feiern können. Vor 3132 Zuschauern in der ausverkauften Paul Horn-Arena setzte sich die Mannschaft von Tyron McCoy in einem packenden Derby gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg verdient mit 94:84 (51:40) durch.

Die Hausherren fuhren dabei bereits zu Beginn ihre Krallen aus und lagen zur Halbzeit mit elf Zählern in Führung. Im dritten Viertel übernahmen dann die Gäste aus der Barockstadt das Kommando, erspielten sich nach einem 10:0-Lauf gar eine Führung von fünf Punkten (61:56, 26. Minute), doch die Tigers waren an diesem Abend bereit, den Kampf anzunehmen. Insgesamt verbuchten fünf Raubkatzen zweistellige Punktewerte und in der Defensive agierten die Hausherren stets mit hoher Intensität. Garlon Green war mit 18 Zählern dabei der erfolgreichste Korbschütze auf Seiten der Tübinger. Tekele Cotton steuerte für Ludwigsburg 19 Zähler bei. "Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, die sich den Sieg absolut verdient hat“, zeigte sich McCoy nach seinem ersten Sieg als Head Coach der WALTER Tigers Tübingen glücklich.


Der Spielverlauf:

Die Raubkatzen begannen das schwäbische Derby mit Jared Jordan, Vladimir Mihailovic, William Buford, Aleksandar Nadjfeji und Bogdan Radosavljevic. Und der 22-jährige Center ließ seinen Worten vor dem Spiel Taten folgen. Er ließ den Ex-NBA-Spieler Jon Brockman ein ums andere Mal alt aussehen und erzielte sieben Punkte im ersten Viertel. Überhaupt waren die Raubkatzen deutlich bissiger als die Gäste aus Ludwigsburg und beherrschten zunächst auch das Reboundduell nach Belieben. Beim Stand von 9:6 zündeten die Hausherren den Turbo und erzielten die nächsten elf Punkte zum 20:6 (siebten Minute). Die 7:2-Rebounds sprachen ebenfalls eine deutliche Sprache, kurz darauf gab es ein weiteres positives Ereignis für die Tigers-Fans: Jesse Sanders gab sein Comeback bei den Raubkatzen. Zusammen mit Jordan führte er gut Regie und sorgte dafür, dass die Gäste nicht näher herankamen. So ging es mit einem verdienten 26:14-Viertelstand in die erste Pause.

McCoy-Truppe weiter tonangebend!

Auch zu Beginn des zweiten Viertels zeigte sich der Gastgeber sehr bissig. Fünf Punkte von Jordan sowie ein Dreipunktspiel von William Buford sorgten für eine 36:19-Führung (13. Minute). Als Buford kurz darauf noch vom Parkplatz einnetzte, stand die Paul Horn-Arena Kopf. Grundlage für die über 20-Punkte-Führung (42:21, 15. Minute) war auch eine enorm giftige Verteidigung der Tübinger. Unglaublich blieb die Trefferquote: Bis zur 15. Minute (44:23) erlaubten sich die Hausherren gerade einmal fünf Fehlwürfe. Doch dann Riss der Faden im bis dato perfekten Tübinger Spiel. Die nächsten sechs Punkte gingen auf das Konto der Gäste, McCoy unterbrach den Ludwigsburger Minilauf postwendend mit einer Auszeit (16. Minute). Die Fehlwürfe der Tübinger häuften sich in den nächsten drei Minuten, sodass die Barockstädter den Rückstand weiter verkürzen konnten. Nach einem Dreier von Adam Waleskowski zum 37:48 nahm McCoy eine erneute Auszeit (18. Minute). Den Elf-Punkte-Vorsprung (51:40) nahmen die Tübinger dann auch mit zum Pausentee.

Nach der Pause kam auf Gästeseite vor allem der Hüne Brockman besser ins Spiel und sorgte dafür, dass der Vorsprung wieder auf unter zehn Punkte (42:51, 21. Minute) schmolz. Zudem fanden die Raubkatzen nun trotz beider Spielmacher (Jordan und Sanders) keine guten Wurfoptionen mehr. Deshalb nahm McCoy nach einem erfolgreichen Fastbreak der Gäste zum 56:49 eine Auszeit (24. Minute). Doch weiterhin trafen die Hausherren nichts, und die Barockstädter hatten das Momentum eindeutig auf ihrer Seite. Gerade einmal fünf Minuten waren gespielt, da war der schöne 21-Punkte-Vorsprung komplett verspielt, und die Ludwigsburger gingen ihrereseits mit fünf Zählern in Führung (61:56, 26. Minute). Doch die Tübinger zogen sich an ihrem eigenen Schopf aus dem Sumpf und erspielten sich nun ihrerseits einen 7:0-Lauf. Bis zur letzten Pause konnten sie sich dann sogar dank eines Buzzer Beaters von Green vor dem Schlussabschnitt wieder ein kleines Polster erspielen (70:65).

Entscheidung im letzten Viertel!

Das Schlussviertel begann auf beiden Seiten recht intensiv, ohne dass sich an der knappen Tübinger Führung etwas änderte. Nach einem Dreipunktspiel von Mihailovic führten die Tübinger sieben Minuten vor dem Ende mit 75:67, doch die Gäste blieben hartnäckig und erzielten nun ihrerseits sieben schnelle Punkte (35. Minute). Zwei Dreier von Radosavljevic und Sanders zum 81:76 veranlassten Gäste-Coach John Patrick viereinhalb Minuten vor dem Ende zu einer Auszeit. Die Gäste konnten den nächsten Angriff binnen 24 Sekunden nicht abschließen, während die Tübinger auch den nächsten Ballbesitz erfolgreich gestalten konnten. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende erzielte Mihailovic gar das 85:76 - das Ende der Tübinger Niederlagenserie war ganz nah. Als Radosavljevic 100 Sekunden vor dem Ende ein Dreipunktspiel zum 88:78 (38. Minute) nachlegte, schien der Drops gelutscht zu sein. Doch vier Punkte binnen 15 Sekunden von Ludwigsburgs Tekele Cotton sorgten dann noch einmal für Schweißausbrüche auf der Tübinger Bank. Ein letztes Mal zitierte McCoy sein Team zu sich (39. Minute). Mit Erfolg: Wenige Augenblicke später lagen sich die Raubkatzen in den Armen - mit 94:84 ging das Derby an Tübingen.


Dschungelgeflüster - der etwas andere Blick auf das Spielgeschehen

Comeback von Jesse Sanders: Zehn Wochen mussten alle Fans der Tigers warten - im Spiel gegen Ludwigsburg war es dann soweit. Sanders kehrte nach 7:03 Minuten im Spiel gegen die MHP RIESEN auf das Parkett zurück. Der 26-Jährige hatte sich zwei Tage vor der Partie in Bayreuth (28. Oktober 2015) mit einem schweren Magen-Darm-Infekt krank gemeldet. Seit Mitte Dezember arbeitete er intensiv auf sein heutiges Comeback hin.

Erstes Spiel verpasst: Seit über 50 Jahren ist Fred Arndt bereits Kampfrichter für den SV 03 Tübingen. Auch den WALTER Tigers Tübingen drückte er immer vom Anschreibetisch die Daumen. Zum ersten Mal seit dem Aufstieg in die erste Liga 2004 verpasste Arndt nun ein Heimspiel der Tigers und musste leider mit einem Hexenschuss daheim bleiben. Gute Besserung!

Frühe Fouls: Vladimir Mihailovic war im ersten Viertel ein wenig zu übereifrig. Nach den ersten zehn Minuten hatte der Guard bereits drei Fouls auf seinem Konto und war daraufhin im zweiten Viertel gar nicht auf dem Parkett zu sehen. Bis zum Spielende kam jedoch nur ein weiteres Foul hinzu. Dafür erzielte der 25-Jährige noch satte 15 Zähler und fünf Rebounds.

Die Qual der Wahl: Am Mittwochabend konnte John Patrick noch acht ausländische Spieler in der Eurocup-Partie bei Zenit St. Petersburg einsetzen. Doch in der BBL müssen bei einem Kader mit zwölf Spielern mindestens sechs einen deutschen Pass besitzen. Somit entschied Patrick, dass Royce O’Neale und Rocky Trice (Bandscheibenprobleme) nur als Unterstützer von der Bank ihre RIESEN anfeuern konnten.

Teamleistung bringt Erfolg: Der Derbysieg gegen Ludwigsburg war das Ergebnis einer tollen Mannschaftsleistung. Alle neun eingesetzten Akteure konnten sich in die Punkteliste eintragen. 25 Assists bei nur elf Ballverlusten sprechen diesbezüglich auch eine deutliche Sprache, und dies gegen eine Mannschaft, die eigentlich über die eigene Energie das Spiel des Gegners zerstört.


Veranstaltung(en) zu diesem Bericht

16.01.2016 : 20:30 Uhr

Walter Tigers - MHP RIESEN Ludwigsburg



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