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15.12.2014 - Thomas Krammer

Das war eine Nummer zu groß: WALTER Tigers verlieren mit 68:90 gegen ALBA BERLIN


TÜBINGEN – Am Ende wurde es deutlich! Die WALTER Tigers Tübingen verlieren vor 3132 Zuschauern in der ausverkauften Paul Horn-Arena gegen den Ligaprimus ALBA BERLIN mit 68:90 (39:46), die damit weiterhin ungeschlagen von der Spitze der Beko BBL grüßen. Die Tigers zeigten vor allem im ersten Viertel eine starke Leistung und gestalteten das Spiel eng. Michael Cuffee war in der Anfangsphase heiß und einer der Hauptgaranten dafür, dass die Raubkatzen nach dem ersten Spielabschnitt führten (22:20).

Im zweiten Viertel erhöhten die Albatrosse die Intensität in der Verteidigung und konnten so nach einem zwischenzeitlichen 12:0-Lauf den Tigers enteilen (36:27). Durch zwei Dreier von Branislav Ratkovica und Neuzugang Jimmy McKinney verkürzten die Gastgeber kurz vor der Pause den Rückstand und gingen mit einem 39:46 in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Hauptstädter gegen aufopferungsvoll kämpfende Raubkatzen zielsicher von jenseits der 6,75 Meter-Linie, sodass die Mannschaft von Head Coach Igor Perovic nie wirklich in Schlagdistanz kam. Im Schlussabschnitt plätscherte das Spiel vor sich hin und die abgeklärten Berliner bauten den Vorsprung stetig aus - der 13. Erfolg im 13. Saisonspiel war perfekt.


Am Ende keine Chance gegen den Ligaprimus – die fünf wichtigsten Statistiken zum Spiel:

Endergebnis: WALTER Tigers Tübingen - ALBA BERLIN 68:90

Top-Scorer: Michael Cuffee (22 Punkte) - Vojdan Stojanovski (17 Punkte) 

Top-Rebounder: Augustine Rubit, Michael Cuffee (fünf Rebounds) - Jamel McLean (sechs Rebounds)

Ausgefoult: Branislav Ratkovica (33. Minute), Augustine Rubit (39. Minute)

Head-to-Head - beide Mannschaften im direkten Vergleich:
WALTER Tigers (24 Rebounds/19 Assists/42 % FG/ 39 % 3P/64 % FT) - ALBA BERLIN (38 Rebounds/ 16 Assists/ 47 % FG/ 50 % 3P/ 76 % FT) 


Stimmen zum Spiel:

Igor Perovic (WALTER Tigers Tübingen): "Berlin ist momentan definitiv das beste Team der Liga. Sie wissen wie man auch knappe Spiele gewinnt und haben diese Erfolgsseire verdient. In der ersten Hälfte des Spiels heute haben wir gut gespielt und das Spiel offen gehalten. Doch die Bank der Berliner ist zu tief mit qualitativen Spielern besetzt und wir haben zu viele Fouls angesammelt. Die Punktedifferenz hätte jedoch nicht so hoch sein dürfen."

Sasa Obradovic (ALBA BERLIN): "Insgesamt bin ich mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden. Am Anfang des Spiels hatten wir noch Probleme, besonders mit den Shootern der Tübinger, doch das haben wir in der zweiten Hälfte unter Kontrolle bekommen. Jetzt dürfen wir uns aber nicht auf den Siegen ausruhen und müssen weiter konzentriert bleiben."


Spielverlauf:

Gegen die in der Liga noch ungeschlagenen Hauptstädter ließ Tigers-Coach Igor Perovic Branislav Ratkovica, Vladimir Mihailovic, Michael Cuffee, Anatoly Kashirov und Augustine Rubit als Starter aufs Parkett, während Neuzugang Jimmy McKinney zunächst auf der Bank Platz nahm. Dort sollte er auch vorerst verweilen, er wurde erst in der achten. Minute eingewechselt. Bis es so weit war, konnte er eine starke Vorstellung seiner neuen Mannschaft beobachten, die den Albatrossen gut Paroli bot. Nach fünf gespielten Minuten führten die Tigers auch dank eines starken Michael Cuffee mit 10:8 und wirkten nicht wie der krasse Außenseiter, der sie waren. Und auch als McKinney zum ersten Mal im Tigers-Trikot auf dem Spielfeld stand, führte seine Mannschaft immer noch mit 13:12 und stellte unsicher wirkende Berliner weiterhin vor allem defensiv vor große Probleme. Folgerichtig gingen die Gastgeber mit einer 22:20-Führung in die erste Viertelpause.

Auch im zweiten Durchgang ließen sich die Tübinger nicht unterkriegen, ließen sich nicht von der harten körperlichen Gangart der Gäste einschüchtern und verteidigten wacker ihre Führung. Als beim Stand von 27:26 Igor Perovic in der 14. Minute eine Auszeit nahm, bereitete den Tigers ihre mangelnde offensive Durchsetzungskraft dann aber doch leichte Kopfschmerzen. Daran sollte sich vorerst nichts ändern, zwei verworfene Freiwürfe und ein verge bener Korbleger von Mihailovic zeigten klar die Probleme auf, welche die Tigers nun im Angriff plagten. So konnte Berlin die Führung erlangen, nach 15 gespielten Minuten stand es 27:30 aus Sicht der Schwaben, die sich für ihre doch passable Defensivleistung partout nicht belohnen wollten. Als die Negativserie der Neckarstädter durch einen Cuffee-Freiwurf in der 18. Minute riss, lag dessen Team dann schon mit 27:36 zurück,die Gäste waren richtig ins Laufen gekommen und trafen, wie es sich für einen Tabellenersten gehört. Der Tatsache, dass die Mannen von Igor Perovic zum Viertelende hin ihre Treffsicherheit von der Dreierlinie mit drei Distanztreffern in Folge wiederfanden, war zu verdanken, dass der Rückstand zur Halbzeit mit 39:46 vergleichsweise gering ausfiel und noch Hoffnung für die zweite Hälfte bestand.

Die zweite Halbzeit begann für die Tigers durchwachsen, die Neckarstädter fingen sich in anderthalb Minuten vier viel zu schnelle Fouls ein und brachten sich so direkt an die Teamfoulgrenze. Glücklicherweise lief in dieser Phase bei den Berliner Gästen auch nicht viel zusammen, wollten die Würfe nicht fallen, so dass sie ihre Führung nicht ausbauen konnten. Nach eher weniger ansehnlichen vier Minuten der zweiten Halbzeit stand es so 46:53 aus Tübinger Sicht und die Partie begann, wieder Fahrt aufzunehmen. Beide Teams luden nun zum munteren Scheibenschießen, was sich aber eher zum Vorteil der Albatrosse auswirkte. Beim Stand von 50:62 stand so die nächste Tübinger Auszeit an. Doch an der Überlegenheit von Sasa Obradovics ALBA-Truppe änderte das wenig und auch die Tatsache, dass Cuffee in der 28. Minute verletzt vom Platz musste, brachte die Raubkatzen nicht weiter. Der erdrückenden Berliner Defense und der starken gegnerischen Dreierquote hatten die Neckarstädter bei allem Kampf nicht viel entgegenzusetzen. Mit 57:68 ging es nach einem versöhnlichen Schlussspurt zum Ende des dritten Spielabschnitts in die letzten zehn Minuten dieser Begegnung.

Ins vierte Viertel erwischten die Raubkatzen wieder den schwächeren Start, fingen sich erneut schnelle Fouls ein und kamen im Angriff nicht in den Tritt. Doch vor allem die Fouls bereiteten den Tigers Probleme, in der 33. Minute musste Kapitän Ratkovica mit seinem fünften Foul vom Feld und seine Mannschaft hatte die Mannschaftsfoulgrenze bereits wieder erreicht, denkbar schlechte Voraussetzungen für eine Aufholjagd. Vor allem an der Freiwurflinie konnte ALBA seine Führung weiter ausbauen, fünf Minuten vor Spielende betrug der Rückstand der Hausherren bereits 15 Punkte (64:79) und es sah so aus , als ob die Partie schon entschieden sei. Und dem war auch so, den Raubkatzen blieb nur noch der Versuch, Ergebniskorrektur zu betreiben. Doch selbst das sollte nicht so ganz gelingen, die Gäste zeigten, warum sie zu Recht die Tabelle der Beko BBL anführen und spielten die Partie souverän aus. Auf Tübinger Seite durfte NBBL-Talent Jeferson Hiller noch zum ersten Mal Bundesligaluft schnuppern, bevor eine 68:90-Niederlage zu Buche stand, was angesichts des Gegners aber nicht ganz so sehr schmerzt.


Dschungelgeflüster - der etwas andere Blick auf das Spielgeschehen:

Berlin ohne Redding: Shooting Guard Reggie Redding kam am Montagabend nicht im Tübinger Dschungel zum Einsatz. Die ehemalige Raubkatze wechselte nach zwei Jahren bei den Tigers 2013 nach Berlin und wurde dort gleich zweimal Pokalsieger. Wegen eines Trauerfalls in der Familie reiste er jedoch kurzfristig zurück in die Heimat in die USA.

Premiere für McKinney: An seinem siebten Tag in Deutschland lief Jimmy McKinney zum ersten Mal im Trikot der Tigers auf. Unter der Leitung von Head Coach Igor Perovic beginnt für den 31-jährigen US-Amerikaner die neunte Saison im deutschen Basketball Oberhaus. In der Partie gegen ALBA BERLIN ka m der Guard in knapp 24 Minuten auf zehn Punkte und verteilte zwei Assists.

Neuer Dschungel-DJ: Seit dem Spiel gegen ALBA BERLIN ist ein neuer Mann für die Klänge in der Paul Horn-Arena zuständig. Als gebürtiger Tübinger hatte Simon Pireh schon mit 16 seine erste Dauerkarte für den Tübinger Dschungel und ist nun nicht nur als Fan, sondern als DJ bei allen Heimspielen an der Seitenlinie mit dabei.

Wichtiger Nachwuchs: Als wichtiger NBBL-Spieler und Tigersnachwuchs saß heute Jan Georg zum ersten Mal auf der Bank der Raubkatzen. Der 17-Jährige erzielte in dieser Saison schon 15,5 ppg und 11,1 rpg für die Young Tigers Tübingen.

Blut auf dem Parkett: Nach einem unglücklichen Zusammenprall mit Bogdan Radosavljevic war für Till Jönke das Spiel schon im ersten Viertel vorbei. Der gebürtige Düsseldorfer erlitt eine Platzwunde im Gesicht und wurde noch direkt in der Kabine genäht. Zur Kontrolle wurde er noch nach dem Spielende in der Tübinger Unfallklinik durchgecheckt.

Schrecksekunde: Kurz vor Ende des dritten Viertels erwischte es auch Michael Cuffee. Nach einer tollen Aktion unter dem Korb bekam der US-Amerikaner einen Krampf am rechten Knie und musste vom Parkett getragen werden. Doch schon kurze Zeit später konnten die Tigers-Fans aufatmen: Nach zwei Minuten des letzten Spielabschnitts konnte er wieder eingewechselt werden und weiterspielen.

Erste Bundesligaminuten: Young Tigers NBBL-Spieler Jeferson Hiller kam gegen Berlin zu seinen ersten aktiven Einsatz auf dem Spielfeld. Der 16-Jährige wurde 84 Sekunden vor dem Ende beim Stand von 68:88 von Trainer Igor Perovic auf das Parkett geschickt.


WALTER Tigers Tübingen (Niklas Pempe, Maurice Conjaerts, Tobias Krumm)



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