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21.03.2016 - Thomas Krammer

Sieg: Tübingen beendet Durststrecke und gewinnt mit 80:65 in Göttingen


TÜBINGEN / GÖTTINGEN – Die WALTER Tigers Tübingen haben das so wichtige Abstiegsspiel bei der BG Göttingen vor 3447 Zuschauern in der ausverkauften Sparkassen-Arena mit 80:65 (34:31) gewonnen. Nach zuletzt sechs Niederlagen in Serie beendete die Mannschaft von Trainer Tyron McCoy somit ihren Negativlauf.

Auf der anderen Seite warten die Veilchen nun seit fünf Begegnungen auf ein Erfolgserlebnis. Die Partie war von Beginn an von großem Kampfeswillen beider Kontrahenten geprägt, alle Spieler wussten um was es geht. Ein entscheidender Faktor für den Tübinger Sieg war die Dominanz unter den Körben. Am Ende konnten die Raubkatzen satte 16 Korbabpraller (47:31) mehr abgreifen als die Niedersachsen. Topscorer der Raubkatzen war Vladimir Mihailovic mit 21 Zählern. Bogdan Radosavljevic bestätigte seine gute Leistung aus der Partie gegen ALBA BERLIN und kam gegen die Göttinger mit einem Double Double auf elf Punkte und zwölf Rebounds. Auf Seiten des Gastgebers war Harper Kamp mit 15 Punkten und acht Rebounds bester Akteur. BG-Spielmacher Khalid El-Amin wachte in der Partie zu spät auf: Nach null Zählern in der ersten Halbzeit kam der 36-Jährige noch auf 13 Punkte und sechs Assists. Letztendlich trotzdem zu wenig für einen Sieg der Niedersachsen. „Wir haben heute alles auf das Feld geworfen, was wir hatten. Es war ein hartes Spiel, doch wir sind sehr glücklich über den Sieg“, so Radosavljevic. Mit dem Erfolg haben die Tübinger nun zwei Siege gegen die Göttinger auf dem Habenkonto, was bei einem direkten Vergleich oder Dreiervergleich noch von entscheidender Bedeutung sein kann.


Der Spielverlauf:

Die Tübinger starteten mit Jared Jordan, Mihailovic, William Buford, Toarlyn Fitzpatrick und Radosavljevic in die Partie. Jesse Sanders erhielt dieses Mal den Vorzug vor Nick Russell. Die Göttinger starteten gleich gut in die Begegnung: Ein guter Spielzug brachte Ian Hummer zum Dunkingversuch, der aber nur mit einem Foul gestoppt werden konnte. Hummer verwandelte einen von zwei Freiwürfen zum 1:0 für die Veilchen nach 15 Sekunden. Die Tübinger konterten in der Folgeminute durch Buford und Fitzpatrick zum 4:1. Beide Kontrahenten wirkten zu Beginn sichtbar nervös und leisteten sich unnötige Ballverluste. Die Mannschaft von Trainer Johan Roijakkers agierte in der Verteidigung dabei zunächst mit einer Zonenverteidigung, wirkte bissig und machte es den Raubkatzen schwer. Dominik Spohr, Mihailovic, David Godbold und erneut Spohr brachten bis zur siebten Minute vier Dreier in Folge in der Reuse unter - Spielstand 14:13 für die Veilchen. Erinnerungen an das Spiel vor einem Jahr bei der 112:115-Niederlage der Tübinger wurden wach. Auch auf den Rängen war die Bedeutung stets spürbar. Beide Kontrahenten schenkten sich überhaupt nichts, die Stimmung in der Sparkassen-Arena war prächtig. Weder Tübingen, noch Göttingen konnten sich entscheidend absetzen. Mit einem 19:16-Vorsprung gingen die Veilchen in den zweiten Abschnitt. Insgesamt zehn Mal hatte die Führung in den ersten zehn Spielminuten gewechselt.

Tübingen dominiert zweiten Spielabschnitt - Göttingen mit viel Pech aus der Distanz

Fitzpatrick eröffnete das zweite Viertel mit zwei Zählern zum 18:19 (zwölfte Minute). Nach vier schnellen Zählern durch Jesse Sanders und Garlon Green zum 22:21 nahm Roijakkers die erste Auszeit (13. Minute). Vor allem Forward Hummer verlegte zu viele Bälle und verhinderte damit weitere Zähler für die Niedersachsen. Sanders` Aufgabe war es, die Wirkungskreise von BG-Spielmacher El-Amin merklich einzuengen, dies gelang dem 26-jährigen US-Amerikaner auch sehr gut. Auch Mihailovic agierte bissig in der Verteidigung gegen den BG-Spielmacher: El-Amin wirkte bis dahin recht blass. Der gute Fitzpatrick erhöhte mit fünf schnellen Punkten auf 27:21 (14. Minute). Die Göttinger versuchten es sehr oft aus der Distanz, hatten aber glücklicherweise wenig Erfolg. Viele Bälle prallten vom Ring ab und die Raubkatzen sicherten sich fast immer den Rebound. Nach einem Steal von Jordan und zwei wei teren Punkten durch Buford zum 29:23 nahm Roijakkers in der 16. Minute das nächste Timeout. Es war die Zeit der Tübinger: Während Göttingen nichts in der Offensive traf, legten die Schwaben bis zur 18. Minute einen 14:2-Lauf auf das Parkett (32:23). Leidenschaft von beiden Mannschaften, so macht Basketball Spaß! Die McCoy-Schützlinge verteidigten gut gegen den Mann und waren im Spiel. Auch der Tübinger Übungsleiter nahm noch seine erste Auszeit (34:28, 19:23 Minuten). Highlight des zweiten Abschnitts war ein Buzzer Beater von Godbold zum 31:34 aus Göttinger Sicht. Topscorer der Gäste war bis dahin Fitzpatrick mit zehn Zählern, beim Gastgeber kamen Mathis Mönnighoff und Kamp auf jeweils sieben Punkte. Wichtig waren die Rebound-Überlegenheit der McCoy-Truppe mit 23:14 sowie der bisherige Ausfall von El-Amin mit null Punkten.

Gleiches Bild wie im zweiten Viertel: Fitzpatrick eröffnete nach Wiederanpfiff mit zwei schnellen Punkten zum 36:31 (21. Minute). Die Göttinger kamen gut aus der Halbzeit, vor allem El-Amin übernahm nun das Zepter. Die Niedersachsen verkürzten bis zur 24. Minute auf 39:40, das Spiel drohte zu kippen! Und es kam noch besser für die Roijakkers-Truppe: Mönnighoff brachte seine Veilchen erstmals wieder in Front (41:40). Es wurde nun richtig heiß: Beide Teams kämpften um jeden Zentimeter, die Tübinger konnten dem Aufschwung der Niedersachsen aber standhalten. Glücklicherweise behielten die Raubkatzen im Göttinger Hexenkessel kühlen Kopf und legten einen 9:0-Lauf auf das Spielfeld. Mihailovic mit zwei Dreiern und Buford mit einem Korb plus Bonuswurf brachten die Schwaben wieder in Führung (49:43, 26. Minute) - Auszeit BG Göttingen. Das große Problem der Roijakkers-Truppe war weiterhin, dass in der Offensive einfach zu wenig gelingen sollte. Doch der Gastgeber kämpfte beherzt und ließ sich nicht abschütteln. Dies lag auch an El-Amin: Acht Zähler erzielte der US-Amerikaner im zweiten Abschnitt, beim Stand von 51:47 nahm McCoy seine erste Timeout in der zweiten Halbzeit (29. Minute). Es war ein absoluter Krimi, die letzten Minuten gingen beide Mannschaften mehrfach an die Freiwurflinie. Großer Pluspunkt der Tübinger war ihre Stärke am offensiven Brett (34:22). Mit einer knappen 57:53-Führung gingen die Raubkatzen in den Schlussabschnitt.

Happy End für die Raubkatzen!

El-Amin war nun da! Fünf Zähler von ihm in der ersten Minute des letzten Viertes, Göttingen führte mit 58:57. Die Halle tobte vor Begeisterung! Doch Tübingen hielt abermals dagegen und nahm das Heft erneut in die Hand. Ein 8:0-Lauf brachte die Führung (65:58) zurück: Radosavljevic mit zwei Freiwürfen sowie Mihailovic und Jordan mit je einem Dreier erzielten wichtige Punkte für die Gäste - Auszeit Roijakkers in der 35. Minute. Es sollte sich eine heiße Endphase anbahnen! Tübingen spielte defensiv nun mit einer Zone und machte es dem Gastgeber schwer zu punkten. Zudem hatte die McCoy-Truppe auch das Glück auf ihrer Seite. Viele Bälle gingen bei den Veilchen einfach nicht in den Korb. Jordan angelte sich in der 38. Minute einen wichtigen Steal, Pass auf Mihailovic und dieser dunkte das Spielgerät durch die Göttinger Reuse. Der Montenegriner war mittlerweile bei 21 Zählern angelangt. Auszeit der BG Göttingen 155 Sekunden vor der finalen Sirene. Göttingen suchte das letzte Mittel mit Verzweiflungswürfen, der Rückstand war beim Spielstand von 63:73 eine gute Minute vor dem Ende aber zu groß. Tübingen behielt die Nerven und brachte den Vorsprung dank großen Einsatzes zu Ende. Buford mit zwei Freiwürfen, Jordan mit einem Wurf und Sanders mit zwei Freiwürfen erhöhten auf 78:63. Die Entscheidung! Am Ende gewannen die WALTER Tigers Tübingen den Abstiegskrimi letztendlich verdient m it 80:65.  


Dschungelgeflüster - der etwas andere Blick auf das Spielgeschehen:

Neues Trainingszentrum: Keine 50 Meter von der Göttinger Sparkassen-Arena beginnt demnächst der Bau des neuen Trainings- und Leistungszentrums. "Anfang 2017 soll die Fertigstellung abgeschlossen sein", sagte BG-Teammanager Dominik Theodorou am Samstagvormittag beim Training der Tübinger. Im neuen Trainingszentrum werden Spielhalle, Krafttraum, Coaching-Rooms und die Geschäftsstelle der Veilchen ein neues Zuhause finden. Ein wichtiger Schritt für die Niedersachsen zur weiteren Professionalisierung des Basketball-Standorts Göttingen. Herzlichen Glückwunsch.

Alte Weggefährten: Tübingens Trainer Tyron McCoy musste am Samstagabend viele Hände alter Weggefährten schütteln. Stefan Koch war Kommentator des Spiels, unter welchem der 43-Jährige von 2010 bis 2013 Co-Trainer bei den Artland Dragons war. Sein damaliger Akteur Terrell Everett trägt nun das Trikot der Veilchen, BG-Pressemanagerin Birte Meyenberg war die letzten Jahren ebenfalls für die Artland Dragons tätig.

Willkommen, Liam Flynn: Seit dieser Woche erhalten die WALTER Tigers Tübingen Unterstützung in der Trainingsarbeit. Der Australier Liam Flynn hospitiert bei den Raubkatzen bis zum Saisonende. Der 36-Jährige sammelte in der vergangenen Spielzeit Erfahrungen bei den GIESSEN 46ers in der ProA, davor an diversen Stationen in seinem Heimatland Australien sowie in Neuseeland.

Unterstützung: Knapp 20 Fans machten sich individuell auf den Weg nach Niedersachsen und unterstützten ihre Lieblinge. Die Raubkatzen belohnten ihre treuesten Anhänger und tanzten im Anschluss an die Partie gemeinsam mit der Tübinger Fanschaft.

Besser in der Fremde: Die WALTER Tigers Tübingen können nach dem 27. Spieltag nun sieben Siege aufweisen. Drei Erfolge gelangen der Mannschaft von Trainer Tyrone McCoy dabei im heimischen Dschungel, satte vier Erfolge in gegnerischen Hallen. Sehr untypisch für ein Team, das um den Klassenerhalt kämpft. Normalerweise müssen die Kellerkinder vor allem vor den eigenen Fans punkten. Egal, Sieg ist Sieg! 


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