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04.01.2016 - Thomas Krammer

Tigers ohne Chance in Oldenburg: Höchste Saisonniederlage beim 73:102 bei den EWE Baskets


TÜBINGEN / OLDENBURG – Es bleibt dabei: Die WALTER Tigers Tübingen stecken in einer mächtigen Krise. Auch das letzte Spiel der Hinrunde verloren die Raubkatzen bei den EWE Baskets Oldenburg vor 5924 Zuschauern in der EWE Arena mit 72:103 (40:47). Es war letztendlich ein nie gefährdeter Sieg für den Tabellenvierten, gleichzeitig die siebte Niederlage in Serie für die Schwaben.

Nur im zweiten Viertel waren die Schützlinge von Trainer Tyron McCoy ein ebenbürtiger Gegner, welches die Gäste mit 26:21 für sich entscheiden konnten. Auf Tübinger Seite gab William Buford sein Comeback (Muskelfaserriss), mit 19 Zählern war er wieder Topscorer der Raubkatzen. Auf Oldenburger Seite war Klemen Prepelic der Mann des Spiels: Dem 23-Jährigen gelangen sieben Dreier bei insgesamt 23 Zählern. "Wir haben in der ersten Halbzeit einigermaßen gut mitgehalten. Die Treffer von Prepelic haben uns natürlich schwer getroffen. In der zweiten Halbzeit konnten wir leider nicht mehr gegenhalten", so Bogdan Radosavljevic, dem mit 14 Punkten und elf Rebounds ein Double Double gelang. 

Der Spielverlauf:

Die Schwaben begannen die Partie mit Jared Jordan, Vladimir Mihailovic, Garlon Green, Toarlyn Fitzpatrick und Aleksandar Nadjfeji. Und der Beginn gehörte gleich dem Gastgeber: Nach 144 Sekunden führten die Donnervögel bereits mit 9:3, McCoy nahm gleich seine erste Auszeit. Die Tübinger hatten gleich zwei Ballverluste im Spiel, während die Mannschaft von Trainer Mladen Drijencic zu schnellen Punkten kam. Fitzpatrick traf in der zweiten Minute per Dreier für die ersten Punkte der Gäste (3:2). Nach der Auszeit kamen auf Tübinger Seite Bogdan Radosavljevic und der zuletzt verletzte William Buford, bei den Oldenburgern der ehemalige Tübinger Vaughn Duggins. Am Spielgeschehen änderte sich nicht viel, Oldenburg bestimmte weiter das Spiel. In der achten Minute traf Klemen Prepelic per Dreier zur bisher höchsten Führung in der Begegnung (18:9). In der Verteidigung spielten die Raubkatzen wie zuletzt eine recht ordentliche Zonenverteidigung, im Angriff produzierten die Schwaben aber zu viele unnötige Fehler. Die Folge: Die McCoy-Schützlinge konnten den Rückstand bis zum Viertelende nicht verkürzen. Die letzten vier Sekunden hatten es noch in sich: Zunächst traf Buford seine ersten Zähler mit einem Drei-Punkte-Wurf (14:23), Prepelic konterte diesen Wurf aus gut 20 Metern per Buzzer Beater zum 26:14-Viertelende. Oldenburgs Duggins blieb im ersten Abschnitt noch ohne Zähler. 

Beste Tübinger Phase im zweiten Viertel

Das zweite Viertel begann mit schnellen Punkten auf beiden Seiten. Nach 110 gespielten Sekunden stand es 32:24 für die Oldenburger und Drijencic nahm sein erstes Timeout. Buford spielte sich mit acht Zählern in den Vordergrund und demonstrierte, wie wichtig er für die Mannschaft ist. Bei den Donnervögeln traf Duggins in der zwölften Minute seine ersten Punkte zum zwischenzeitlichen 30:21, der im weiteren Spielverlauf den Aufbau des Gastgebers übernahm. Die Tübinger fanden nun im Angriff ihre Struktur und kamen - angeführt von Jordan mit sechs Assists - zu guten Szenen mit den dazugehörigen Punkten. Mahir Agva verkürzte in der 15. Minute auf 31:36 - die Raubkatzen waren nun in der Partie. Nach einem einfachen Korbleger von Rickey Paulding (38:31) nahm McCoy in der nächsten Minute jedoch seine nächste Auszeit. Jener Paulding erhöhte im nächsten Angriff per Dreier im Fallen wieder auf einen zweistellige Führung für seine Farben (41:31). Die Gäste waren jedoch unbeeindruckt und legten einen 7:0-Lauf (38:41) bis 122 Sekunden vor der Halbzeitpause hin - Timeout Oldenburg. Nick Russell verkürzte in der 19. Minute auf 40:41 und hatte im nächsten Angriff sogar die Chance in Führung zu gehen. Die letzten Zähler gehörten aber wieder den Oldenburgern: Zunächst traf Chris Kramer per Dreier, danach war erneut die Zeit von Prepelic in Form des nächstes Buzzer Beaters aus gut neun Metern gekommen. Halbzeitstand: 47:40 für den Gastgeber. Radosavljevic kam auf fünf Punkte und acht Rebounds, Buford war mit 14 Punkten Topscorer in der bisherigen Begegnung. Enttäuschend war hingegen die Leistung von Vladimir Mihailovic, dem in neun Minuten kein einziger Zähler gelang. 

Die Oldenburger kamen deutlich wacher aus der Pause. In den ersten 118 Sekunden nach Wiederanpfiff legten die Norddeutschen einen 8:2-Lauf (55:42) hin und zwangen McCoy zur nächsten Auszeit. Auffallend war auch, dass Jordan zu diesem Zeitpunkt bereits fünf Ballverluste hatte. Die Gäste mühten sich redlich, hatten aber letztendlich keine Chance. Der Hauptgrund lag in Prepelic, dem in der 25. Minute die nächsten zwei Dreier gelangen, gleichzeitig die bisher höchste Führung für die Drijencic-Truppe (64:47). McCoy holte seine Spieler zur nächsten Auszeit auf die Bank. Die Donnervögel hatten die Partie nun vollends im Griff. Im Angriff traf der Gastgeber hochprozentig und in der Verteidigung nahmen die Mannen um Duggins & Co. ihrem Gegner regelmäßig den Ball weg. Duggins erhöhte in der 27. Minute mit zwei Freiwürfen zur bislang höchsten Führung (70:49) für die EWE Baskets. Es lief rund bei den Niedersachsen: Philipp Schwethelm und Duggins erzielten die nächsten Treffer aus der Distanz (76:54, 28. Minute), was die nächste Auszeit von McCoy zur Folge hatte. Oldenburg war den WALTER Tigers Tübingen nun in allen Belangen überlegen. Auch der dritte Abschnitt sollte nicht ohne einen Buzzer Beater bleiben: Russell traf aus der Distanz zum 62:82-Zwischenstand nach 30 Minuten. Der dritte Abschnitt ging mit 35:22 an den Gastgeber, die Verteidigung bleibt weiter die größte Baustelle im Tübinger Spiel.

Oldenburg macht die 100 Punkte voll!

In der 34. Minute war für Radosavljevic dann Feierabend. Mit seinem fünften Foul musste der 22-Jährige fortan auf der Bank Platz nehmen. In knapp 21 Minuten kam der Center auf gute 14 Punkte und elf Rebounds. Drijencic wechselte nun munter durch, die Partie blieb aber dennoch einseitig. Brian Qvale erhöhte in der 35. Minute auf 90:64, die bisher höchste Führung im Spiel. Und Qvale legte im nächsten Angriff die nächsten zwei Zähler nach. Es war nur noch die Frage, wer den 100. Punkt für die Oldenburger erzielen sollte. Die Raubkatzen konnten nicht mehr dagegenhalten, die Luft war komplett raus. Prepelic traf den nächsten Dreier zum 95:64 (36. Minute), die Schwaben lagen nun erstmals mit über 30 Punkten zurück. Mihailovic gelangen im Gegenzug seine ersten Punkte in der Partie (66:95), der 25-Jährige hatte einen gebrauchten Tag erwischt und konnte überhaupt keine Akzente im Spiel der Tigers setzten. Bezeichnend für die Leistung der Tübinger war die Tatsache, dass die Oldenburger erst in der achten Minute des letzten Viertels ihr erstes Foul begingen. Prepelic war es dann vorbehalten, per Dreier die 100-Punkte-Marke zu knacken (100:68, 39. Minute). Am Ende setzten sich die EWE Baskets Oldenburg souverän und ohne Mühe mit 103:72 durch. Der ehemalige Tübinger Duggins kam dabei auf starke 17 Punkte. 
 

Dschungelgeflüster - der etwas andere Blick auf das Spielgeschehen:

Comeback von Buford: In den vergangenen zwei Begegnungen gegen München und Ulm wurde William Buford schmerzlich vermisst. In der Partie bei den EWE Baskets Oldenburg biss der Tübinger Topscorer auf die Zähne und quälte sich trotz eines Muskelfaserrisses durch das Spiel. Bis zur Halbzeit kam Buford bereits auf 14 Zähler, am Ende waren es 19 Punkte. In den nächsten zwei Wochen hat Buford noch ausreichend Zeit, seine Verletzung richtig auszukurieren.

Dreifacher Buzzer Beater: Die erste Halbzeit war das Spiel von Oldenburgs Klemen Prepelvic, dem zwei unglaubliche Buzzer Beater gelangen. Zunächst neigte sich das Spielgerät im ersten Viertel weit aus der eigenen Hälfte in den Tübinger Korb, im zweiten Viertel war es schon näher, zeitlich aber genauso knapp. Der 23-jährige Slowene kam in den ersten 20 Minuten auf elf Zähler und verdiente sich seine Nominierung im Vergleich zu Scott Machado, der als siebter Ausländer auf der Tribüne Platz nehmen musste. Der dritte Buzzer Beater gelang Tübingens Nick Russell zum Ende des dritten Viertels zum zwischenzeitlichen 62:82-Zwischenstand.

Höchste Saisonniederlage: Die 73:102-Niederlage zum Hinrundenabschluss bei den EWE Baskets Oldenburg war gleichzeitig die höchste Niederlage für die Tübinger im bisherigen Saisonverlauf. Dis bisher höchste Niederlage datierte vom vierten Spieltag: Am 18. Oktober 2015 verloren die Raubkatzen bei den FRAPORT SKYLINERS in Frankfurt mit 64:92.

Einseitiges Spiel: Das Ergebnis spiegelt sich auch unmissverständlich in der Gesamtstatistik wieder. Die Oldenburger waren in allen Belangen besser, nur in der Blockstatistik (3:2) lagen die Schützlinge von Trainer Tyron McCoy vorne. Besonders stark waren die Niedersachsen von jenseits der 6,75-Meter-Linie: 14 von 24 Würfe (58 Prozent) gingen durch die Tübinger Reuse. Die Tübinger konnten nur neun von 22 Würfen aus der Distanz verwandeln (41 Prozent).

Pause: Mit vier Siegen und 13 Niederlagen haben die WALTER Tigers Tübingen nun eine zweiwöchige Spielpause. Diese wird auch nötig sein, damit sich die Mannschaft von den letzten Negativerlebnissen zumindest ein wenig erholen und hoffentlich auch etwas befreien kann. Am Donnerstagmorgen bittet Trainer Tyron McCoy dann wieder zur ersten Trainingseinheit. In den kommenden Einheiten muss die Basis für eine hoffentlich erfolgreichere Rückrunde gelegt werden. Weiter geht es für die Raubkatzen am Samstag, den 16. Januar 2016 (20.30 Uhr, Paul Horn-Arena) mit der Begegnung gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg, die am heutigen Samstag einen 90:80-Start-Ziel-Sieg gegen ALBA BERLIN verbuchen konnten.



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