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27.12.2015 - Thomas Krammer

Großer Kampf beim Derby – Raubkatzen verlieren mit 59:75 gegen ratiopharm ulm


TÜBINGEN / ULM – Die WALTER Tigers Tübingen haben das Derby vor 6200 Zuschauern in der ausverkauften ratiopharm arena mit 59:75 (25:35) verloren. Auch der Rücktritt von Igor Perovic half nichts, sodass die Raubkatzen somit ihre fünfte Niederlage in Folge kassierten.

Insgesamt präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Jens Leutenecker über weite Strecken der Begegnung sehr kämpferisch und versuchte mit einer Zonenverteidigung das Ulmer Spiel zu stören. Letztendlich war jedoch gegen die individuelle und mannschaftliche Stärke des Gastgebers kein Kraut gewachsen. Für die Ulmer war es der sechste Ligasieg in Serie, die Playoff-Plätze sollte in Kürzte von den Ulmer wieder eingenommen werden. Für den neuen Tübinger Trainer, der am Montag präsentiert werden soll, steht nun primär die mentale Aufbauarbeit der Mannschaft. Bei den Ulmern war Chris Babb mit 13 Zählern Topscorer der Partie, bei den Gästen trafen Vladimir Mihailovic und Bogdan Radosavljevic mit jeweils zwölf Zählern am besten. "Mit der Defensive können wir zufrieden sein. Offensiv war der Unterschied bei den Drei-Punkte-Würfen (44 Prozent zu 24 Prozent) ausschlaggebend für die Niederlage in dieser Begegnung", sagte Trainer Jens Leutenecker nach der Partie.

Der Spielverlauf:

Interimstrainer Jens Leutenecker schickte zu Beginn Jared Jordan, Mihailovic, Garlon Green, Toarlyn Fitzpatrick und Radosavljevic auf das Spielfeld. Die ersten Punkte erzielte Chris Babb per Dreier zur 3:0-Führung nach 68 Sekunden, auf der Gegenseite verlor Tübingens Center Radosavljevic gleich drei Mal den Ball. Dem 22-Jährige war es dann vorbehalten, die ersten Zähler für die Gäste zu erzielen (2:3, zweite Minute). Tübingen spielte in der Verteidigung eine Zonenverteidigung und stellte die Ulmer zu Spielbeginn vor Probleme. Nach 203 Sekunden bat Ulms Trainer Thorsten Leibenath daraufhin seine Schützlinge zur ersten Auszeit,  Jordan hatte zuvor per Drei-Punkte-Wurf die zweite Führung der Gäste erzielt (7:6). Es gestaltete sich ein munteres Spielchen, der Gastgeber war bis zur fünften Minute mit vier Dreiern erfolgreich (12:9). Die Tübinger wirkten befreit vom Trainerwechsel und waren an beiden Enden des Spielfelds wach und präsent. Radosavljevic erzielte mit einem Drei-Punkt-Spiel die nächste Führung (14:12, sechste Minute) für die Leutenecker-Truppe. Die Partie gestaltete sich offen, es war ein Hin und Her im Spiel beider Mannschaften. Nach zwei Minuten ohne Korberfolg, traf Ulms David Brembly (neunte Minute) mit einem krachenden Dunking zur 20:18-Führung. Nach zehn Zeigerumdrehungen ging es mit einer knappen 22:19-Führung für den Gastgeber ins zweite Viertel.

Nur sechs Tübinger Punkte im zweiten Viertel

Der zweite Spielabschnitt begann mit Ladehemmung beider Teams. Ulms Kapitän Per Günther erlöste das Ulmer Fanlager nach 173 Sekunden mit den ersten Punkten im zweiten Viertel: Ein Dreier führte zum 25:19 für die Donaustädter, Auszeit Tübingen. Der Gastgeber spielte ebenfalls mit einer Zone und machte es den Gästen im Angriff enorm schwer, zum Abschluss zu kommen. Fitzpatrick war es, der in 15. Minute die ersten Zähler (21:25) der Tübinger in diesem Viertel erzielte. Mihailovic legte in der gleichen Minute einen Dreier hinterher - die Gäste waren nun wieder dran (24:25). Die Partie war zumeist zerfahren und von bissigen Aktionen in der Verteidigung geprägt. Die Partie war für die Zuschauer nicht schön anzusehen, Kampf war Trumpf. Highlight in dieser Phase war ein Block von Raymar Morgan an Radosavljevic (18. Minute). Günther war es vorbehalten, in der Vorschlussminute vor dem Seitenwechsel per Dreier, die bis dahin höchste Führung (30:24) der Ulmer, zu erzielen. Die Tübinger taten sich in der Offensive mächtig schwer, die Ulmer Bigmen um Morgan, Rubit und Philipp  Neumann machten die Zone zumeist dicht. Die Folge: Tübingen versuchte es aus der Distanz, hatte aber keine Zielgenauigkeit. Ulm erhöhte den Vorsprung von der Freiwurflinie auf 35:25 zur Halbzeitpause, Tübingen  kam im zweiten Abschnitt nur auf sechs Zähler. Nur zwei von elf Versuchen (18 Prozent) aus der Distanz gingen durch die Ulmer Reuse. Der Kontrahent war diesbezüglich deutlich effektiver (sechs von 14 Versuchen, 43 Prozent), welche ausschlaggebend für die Führung der Leibenath-Truppe war.

Mihailovic eröffnete den zweiten Durchgang mit einem Dunking, welchen sein Gegenüber Taylor Braun mit dem nächsten Dreier für Ulm konterte (38:27, 21. Minute). Die Raubkatzen versuchten es weiter aus der Distanz, zumeist aber ohne Erfolg. Erst Mihailovic verkürzte per Drei-Punkte-Wurf auf 32:41, 24. Minute). Nach vier Zählern des Ex-Tübingers Rubit (45:32, 25. Minute) folgte die nächste Auszeit von Tübingen. Die Begegnung gestaltete sich weiter sehr zerfahren, der Kampf um jeden einzelnen Ball war spielbestimmend. Rubit war nun der Mann des Spiels, der dank großen Einsatzes die nächsten vier Punkte für die Ulmer erzielte (49:33, 27. Minute). Der Gastgeber war mittlerweile die dominante Mannschaft und spielte seine Stärken an beiden Enden des Spielfelds gut aus - der Vorsprung betrug nun immer über zehn Zähler. Die Stärke der Ulmer zeigte Wirkung: Da`Sean Butler räumte Green beim Dunkingversuch konsequent ab (52:37, 30. Minute. Jordan per Dreier und Nick Russell verkürzten mit fünf schnellen Zählern auf 42:52 nach 30 gespielten Minuten. 

Partie frühzeitig entschieden!

Braun eröffnete nach exakt 31 Minuten mit einer feinen Einzelleistung den finalen Durchgang. Im Gegenzug traf Garlon Green seine ersten Punkte zum 44:54, 32. Minute). Es ging weiter hoch und runter mit großem Einsatz beider Kontrahenten, die Bedeutung dieser Partie für beide Fangruppen gegenwärtig. Nach dem nächsten Drei-Punkte-Wurf von Butler nahm Leutenecker die nächste Auszeit (61:46, 34. Minute). Die Partie war nun frühzeitig entschieden, es ging nur noch um die Höhe des Ulmer Siegs. In der 35. Minute war für Fitzpatrick (acht Zähler) mit seinem fünften Foul das Spiel beendet. Am Ende setzten sich die Ulmer letztendlich ungefährdet mit 75:59.  

Dschungelgeflüster - der etwas andere Blick auf das Spielgeschehen:

Sieger des swt-Gewinnspiels: Samuel Krebs und Benjamin Gritsch waren die Gewinner des swt-Gewinnspiels und durften die Mannschaft der WALTER Tigers Tübingen beim Spiel nach Ulm hautnah im Bus begleiten. ProBasket-Geschäftsführer Robert Wintermantel erklärte auf der Busfahrt nach Ulm die Abläufe eines Bundesligaspiels. Dazu erhielten Krebs und Gritsch zwei Eintrittskarten für das brisante Derby der beiden württembergischen Teams. „Es war ein tolles Erlebnis“, sagte Krebs nach der Partie, auch wenn das Spiel nicht siegreich gestaltet werden konnte.

Neuer Teambus: Seit dem Spiel gegen ratiopharm ulm fahren die Tübinger Raubkatzen mit einem neuen Bus von Partner KM-Reisen aus Tübingen. Der grau-goldene Vier-Sterne-Comfort-Bus von Mercedes wird in den nächsten Tagen noch mit Werbung beklebt, Steckdosen und Internet werden installiert, damit die Mannschaft so bequem wie möglich die Auswärtsfahrten in der Beko BBL bestreiten kann.

Stoll nicht beim Derby: Ulms Geschäftsführer Dr. Thomas Stoll lebt wie kaum ein anderer die Rivalität der zwei württembergische Rivalen. Am heutigen Sonntag weilte der Ulmer Macher jedoch im Urlaub und konnte die Begegnung nicht live mitverfolgen. Alles Gute im wohlverdienten Urlaub, Dr. Thomas Stoll.

Buford angeschlagen: William Buford, Topscorer der Raubkatzen, musste kurzfristig passen. Trotz intensiver Behandlung war es dem 25-Jährigen nicht möglich, in der Partie bei ratiopharm ulm zum Einsatz zu kommen. Eine Belastungsprobe vor Ort machte einen sinnvollen Einsatz nicht möglich. Eine genauere Diagnose soll anfangs der Woche Aufklärung über die genaue Verletzung bringen. 

Interimstrainer Jens Leutenecker: Vier Tage nach dem Rücktritt von Igor Perovic als Trainer der WALTER Tigers Tübingen konnten die Tübinger im Derby noch keine Nachfolger für den 41-jährigen Serben präsentieren. Der bisherige Assistenz-Trainer Jens Leutenecker betreute die Mannschaft am Sonntag gemeinsam mit Spieler Aleksandar Nadjfeji und Manager Robert Wintermantel.  



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