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22.03.2015 - Thomas Krammer

Die Negativserie gegen Ulm hält an: Tigers verlieren Derby mit 96:103


TÜBINGEN / ULM – Wieder kein Derbysieg für die WALTER Tigers Tübingen gegen den schwäbischen Rivalen aus Ulm! Die Raubkatzen verlieren ein intensives Schwaben-Derby gegen ratiopharm ulm vor 6200 Zuschauern in der ausverkauften ratiopharm arena mit 96:103 (44:50). Von Beginn an lieferten sich beide Mannschaften vor einer großartigen Kulisse ein kampfbetontes Spiel.

Die Tigers begannen konzentriert und zeigten sich treffsicher von Downtown, sodass nach den ersten zehn Minuten die Anzeigetafel eine knappe Führung zeigte (25:23). Im Mittelteil des zweiten Spielabschnitts kippte das Spiel, die Ulmer erspielten sich eine Zehn-Punkte-Führung (45:35, 15. Minute), die die Tübinger zur Pause noch verrringern konnten. Im dritten Viertel setzte Ulm immer wieder Nadelstiche von jenseits der 6,75-Meter Linie gegen sich nicht aufgebende Raubkatzen, die dennoch stetig einem Rückstand hinterher liefen. Im Schlussviertel verkürzten die Tübinger zwar kurzzeitig auf fünf Punkte (87:92, 35. Minute), doch am Ende reichte es nicht und die Hausherren setzten sich letztlich mit 103:96 durch. 


Niederlage im Derby gegen Ulm – die fünf wichtigsten Statistiken zum Spiel: 

Endergebnis: ratiopharm ulm - WALTER Tigers Tübingen 103:96

Top-Scorer: Jaka Klobucar (18 Punkte) - Jimmy McKinney (21 Punkte) 

Top-Rebounder: Will Clyburn (zehn Rebounds) - Augustine Rubit (neun Rebounds) 

Ausgefoult: Fehlanzeige!

Head-to-Head - beide Mannschaften im direkten Vergleich: 
ratiopharm ulm (40 Rebounds/ 25 Assists/ 51% FG/ 57% 3P/ 67% FT) - WALTER Tigers (27 Rebounds/ 16 Assists/ 53% FG/ 48% 3P/ 74% FT) 


Stimmen zum Spiel: 

Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm): "Danke für die Glückwünsche. Tübingen hat auch eine gute Leistung gezeigt. Mit unserer Leistung bin ich aber nicht ganz zufrieden. Glücklicherweise haben wir im Rebound gut zugegriffen. Wir haben zwar 100 Punkte gemacht, doch unsere Verteidigung war nicht effektiv und wir haben zehn Freiwürfe liegen gelassen. Die Tigers waren stark durch ihr Umschaltspiel. Jimmy McKinney und Jonathan Wallace sind gute Werfer. Mich ärgert es, dass meine Mannschaft dies nicht unterbunden hat. Dazu hat Vladimir Mihailovic eine tolle Vorstellung gezeigt. Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Gründe für den Sieg waren die Leistung am Brett, Jaka Klobucar und Will Clyburn." 

Igor Perovic (Head Coach WALTER Tigers Tübingen): "Glückwunsch an Coach Leibenath zum Sieg. Wir hatten heute extreme Probleme beim Rebound. Besonders auf der Position drei konnten wir nicht dagegenhalten. Will Clyburn hat seine Stärke gezeigt und wir haben ihn nicht in den Griff bekommen. Uns fehlt natürlich Michael Cuffee, der aufgrund seiner Physis ein Gegenpart hätte sein können. Per Günther hat gefehlt, doch das Ulmer Trainerteam hat die Mannschaft gut eingestellt. Jaka Klobucar war der beste Spieler auf dem Feld. Dazu hat Ian Vougioukas seine Stärke demonstriert. Wir müssen weiter unsere Fehler abstellen und gezielt nach vorne blicken." 


Der Spielverlauf: 

Vor prächtiger Kulisse in der ratiopharm arena starteten die Tigers mit Branislav Ratkovica, Augustine Rubit, Vladimir Mihailovic, Bogdan Radosavljevic und Jimmy McKinney. Die Hausherren setzten direkt mit den ersten Punkten der Partie ein Zeichen, als der starke Will Clyburn mit einem Alley-oop-Dunk nach Zuspiel von Jaka Klobucar den Ball durch die Reuse drückte. Radosavljevic antwortete auf der anderen Seite von Downtown zur ersten Tigers-Führung (3:2, zweite Minute). Die Neckarstädter agierten von Beginn an mit einer Zonenverteidigung gegen die Ulmer, die sich dennoch erstmals nach einem erfolgreichen Klobucar-Dreier leicht absetzen konnten (12:6, vierte Minute). Die Raubkatzen zeigten sich keineswegs geschockt, waren ihrerseits von jenseits der 6,75-Meter Linie gefährlich, sodass die Anzeigetafel kurz vor dem Viertelende eine 23:20-Führung der WALTER Tigers zeigte (neunte Minute). Bereits sieben erfolgreiche Dreier sahen die Zuschauer von beiden Mannschaften im ersten Viertel, die sich auch im weiteren Verlauf des Spiels mit hohen Wurfquoten aus der Distanz auszeichneten. Die letzten Punkte der ersten zehn Minuten erzielte der Ex-Ulmer Till Jönke aus der Mitteldistanz zur 25:23-Führung der Tübinger. 

Deutliche Rebound-Dominanz der Ulmer in Halbzeit eins

Jönke war es auch, der für die ersten Punkte im zweiten Spielabschnitt sorgte. In der Folge drehten die Gastgeber vor allem in der Offensive auf, zogen immer wieder in Richtung des Tigers-Korbs und setzten sich mit einem zwischenzeitlichen 17:4-Lauf erstmals zweistellig ab (45:35, 15. Min.). Besonders Klobucar, der Per Günther (Fieber) ersetzte, bekamen die Tübinger über die gesamte Spieldauer nicht in den Griff. Die Raubkatzen bissen sich zum Ende der ersten Halbzeit aber wieder in das Spiel und verkürzten den Rückstand auf sechs Punkte - 44:50. Ein Blick in die Statistik zeigte eine Dominanz der Ulmer unter den Brettern (8:25 aus Tübinger Sicht), die sich immer wieder zweite Wurfchancen erarbeiteten und so zu einfachen Punkten kamen. 

Zu Beginn des dritten Viertels waren die Raubkatzen hellwach und glichen nach Dreiern von Mihailovic und McKinney schnell aus (50:50, 22. Minute). Doch nicht nur die Raubkatzen trafen hochprozentig von Downtown, sondern auch die Mannschaft von Thorsten Leibenath lief von draußen heiß. Vier Ulmer Dreier in Serie später und die WALTER Tigers Tübingen liefen wieder einem zweistelligen Rückstand hinterher (54:67, 25. Minute). Tigers-Coach Igor Perovic reagierte sofort mit einer Auszeit, die auch Wirkung zeigte. Jonathan Wallace, McKinney und Rubit verkürzten den Rückstand auf sechs Punkte (65:71, 28. Minute) und zwangen so Leibenath zu einer nächsten Auszeit. Das letzte Zeichen in den dritten zehn Minuten setzte Wallace, natürlich mit einem Dreier, zum 69:77-Zwischenstand. 

Beide Mannschaften mit starken Quoten von Downtown! 

Wallace war es auch zu Beginn des Schlussviertels, der die Tübinger mit zwei erfolgreichen Distanzwürfen im Spiel hielt (75:79, 33. Minute). Doch wie bereits im vorherigen Spielabschnitt behielten auch die Donaustädter ihr heißes Händchen von Downtown, sodass der Tübinger Rückstand nach einem Dreier von Brion Rush wieder zweistellig war (80:92, 34. Minute). Die Neckarstädter gaben sich dennoch nicht auf, antworteten mit einem anschließenden 7:0-Lauf, den Ulms Trainer Leibenath mit einer Auszeit unterband (87:92, 36. Minute). In der Folge suchten die Gastgeber immer wieder den Weg unter den Tübinger Korb und fanden auch die Lücken, die vor allem Ian Vougioukas zu Korberfolgen nutzte (96:87). Die Tigers konnten den Rückstand nicht mehr entscheidend verkürzen. Den Schlusspunkt setzt e Klobucar von der Freiwurflinie und machte so den 96:103-Endstand aus Tübinger Sicht in einem Offensivspektakel perfekt. 


Dschungelgeflüster - der etwas andere Blick auf das Spielgeschehen: 

Be orange! Bekanntlich dreht sich bei den Ulmern alles um „be orange“. Das Logo, die ratiopharm arena, Mitarbeiter und Fans mit orangenen Schuhen, Schaals und Shirts bekennen sich mit der speziellen Farbe zu ihrem Verein. Und ausgerechnet ein Tübinger Spieler ging diesbezüglich „fremd“. Anatoly Kashirov lief in knallorangenen Schuhen beim Derby auf. Der Center in Diensten der Tübinger hatte jedoch einen gebrauchten Tag und blieb in sechs Minuten ohne Korberfolg.

Rückkehr an die alte Wirkungsstätte: In den letzten zwei Spielzeiten trug Till Jönke noch das Trikot der Donaustädter. Beim Derby zwischen Ulm und Tübingen lief der 23-Jährige erstmals in der ratiopharm arena gegen sein altes Team auf. So gab es vor der Partie schon viel Gesprächsbedarf, insbesondere mit Philipp Schwethelm. Gemeinsam standen beide Akteure mit Kommentator Frank Buschmann im Vorfeld der Partie zum Interview bereit und erklärten die Bedeutung dieser Partie für die beiden Fanlager. Jönke kam im Spiel auf vier Zähler.

Ulm ohne Günther: Im Derby musste ratiopharm ulm ohne Kapitän Per Günther auskommen. Der Spielmacher der Ulmer musste krankheitsbedingt (Fieber) passen. Die Aufgaben des Nationalspielers wurden auf mehreren Schultern in Form von Jaka Klobucar (18 Punkte, zwölf Assists) und Brion Rush (13) verteilt und wurden hervorragend gelöst.

Einzigartige Stimmung: Das Derby zwischen Ulm und Tübingen ist und bleibt einfach das beste Spiel in der Beko Basketball Bundesliga. 6200 Zuschauer in der ausverkauften Arena erzeugten eine prächtige Stimmung von den Rängen, darunter 250 mitgereiste Fans aus der Neckarstadt.

Doppelter Videobeweis: Im ersten Viertel musste Schiedsrichter Benjamin Barth in den Schlusssekunden gleich zwei Mal den Videobeweis in Anspruch nehmen. Zunächst war die Zeit abgelaufen und es stand 25:23 für die Tübinger. Daraufhin protestierten die Ulmer, dass noch drei Sekunden zu spielen seien. Nach der Pause wurden drei Sekunden nachgespielt. Brion Rush zog über das gesamte Viertel, schloss ab, jedoch ohne erfolgreiche Korbaktion. Erneut griff Barth zum Videobeweis und überzeugte sich, dass kein Foul von Bogdan Radosavljevic vorlag. Danach erhielten beide Teams eine weitere Viertelpause.

Ulm bei den Rebounds vorne: Die WALTER Tigers Tübingen gehören zu den besten Reboundteams in der Beko BBL. Doch in der ersten Halbzeit bekam die Mannschaft von Trainer Igor Perovic ihren Kontrahenten nicht in den Griff und verlor das Duell der Ballabpraller mit acht zu 25. Trotz der Reboundüberlegenheit bissen sich die Tübinger ins Spiel und hielten die Partie bis zur Pause mit 44:50 offen. Nach 40 gespielten Minuten ein ähnliches Bild: 40:27 für Ulm.

Klobucar macht die 100 voll: Zwei Minuten vor dem Ende erzielte Ulms Spielmacher Jaka Klobucar den 100. Punkt für die Hausherren. Die Zuschauer erlebten insgesamt ein richtiges Offensivspiel beider Mannschaften, mit dem besseren Ende für ratiopharm ulm. Somit müssen die Tübinger weiter auf den ersehnten Derbysieg warten.

Baden-Württemberg-Meister Ulm: Mit dem Sieg gegen die Tübinger ist die Mannschaft von Trainer auch Baden-Württemberg-Meister. Gegen die Raubkatzen, Ludwigsburg und Crailsheim konnten alle Begegnungen siegreich gestaltet werden. Respekt!

Zurück zu alter Stärke: Ian Vougioukas ist ein Schwergewicht im europäischen Basketball. Im Spiel gegen die Tübinger zeigte der jüngste Ulmer Neuzugang s eine Stärke um kam in knapp elf Minuten auf überragende 17 Zähler. Insgesamt bekamen die Tübinger die lange Garde der Ulmer nie richtig in den Griff, und das war ein Mitauslöser für die 96:103-Niederlage der Raubkatzen.



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