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28.12.2014 - Thomas Krammer

Ein unglaubliches Comeback: WALTER Tigers siegen nach hohem Rückstand gegen die Eisbären Bremerhaven mit 84:80


TÜBINGEN – Was für ein Spiel: Die WALTER Tigers Tübingen haben eine scheinbar schon verloren geglaubte Partie noch gedreht und sich am Ende dank einer tollen Energieleistung den vierten Saisonerfolg gesichert. Vor 3132 Zuschauern in der ausverkauften Paul Horn-Arena setzte sich die Mannschaft von Trainer Igor Perovic mit 84:80 (32:47) durch.

Die Tübinger erwischten eine miserablen Start und lagen schnell im Hintertreffen. Nach zehn Zeigerumdrehungen zeigte das Scoreboard einen 12:26-Rückstand an. Im zweiten Spielabschnitt lagen die Raubkatzen schon mit 20 Zählern im Rückstand (18:38, 13. Minute) und großer Frust machte sich im Dschungel breit. Angeführt von Vladimir Mihailovic und Jimmy McKinney drehten die Hausherren nach dem Seitenwechsel mächtig auf. Punkt für Punkt kämpfte sich die Perovic-Truppe heran und ging in der 32. Minute erstmals mit 66:65 in FÜhrung. Die Tigers kämpften ihren Gegner nun nieder und sicherte sich in den Schlusssekunden den so wichtigen vierten Saisonerfolg. 


Großes Comeback wird mit einem Sieg gegen Bremerhaven belohnt - die fünf wichtigsten Statistiken zum Spiel:

Endergebnis: WALTER Tigers Tübingen - Eisbären Bremerhaven 84:80

Top-Scorer: Jimmy McKinney (22 Punkte) - Myles Hesson (19 Punkte)

Top-Rebounder: Augustine Rubit (fünf Rebounds) - Myles Hesson (elf Rebounds)

Ausgefoult: Branislav Ratkovica (40. Minute

Head-to-Head - beide Mannschaften im direkten Vergleich:
WALTER Tigers Tübingen (30 Rebounds/14 Assists/48% FG/17 % 3P/83% FT) - Eisbären Bremerhaven (35 Rebounds/16 Assists/48% FG/46 % 3P/56% FT)


Stimmen zum Spiel:

Igor Perovic (WALTER Tigers Tübingen): "Wir haben eine großartige zweite Halbzeit gespielt. Dieses Spiel gegen Bremerhaven war sehr wichtig für uns, um den Anschluss nicht zu verpassen. Das hat man auch in der ersten Phase gemerkt, die Spieler waren nervös und haben das Spiel nicht unter Kontrolle bekommen. Doch dann haben wir den Druck erhöht und nochmal alles gegeben. So konnten wir ein tolles Comeback feiern."

Calvin Oldham (Eisbären Bremerhaven): "Dieses Spiel haben wir ganz klar wegen unseren Ballverlusten verloren. Insgesamt 24 Stück - das darf in der Bundesliga nicht passieren. Wir haben sehr gut begonnen und eine konzentrierte erste Halbzeit gespielt, doch dann leider den Faden im dritten Viertel verloren. Meine Mannschaft hat gut gekämpft und alles gegeben, doch ist am Ende leider als Verlierer vom Platz gegangen."


Spielverlauf:

Branislav Ratkovica, Jimmy McKinney, Michael Cuffee, Augustine Rubit und Bogdan Radosavljevic starteten für Perovic gegen die Eisbären Bremerhaven. Die Partie begann ungünstig für die Gastgeber – zwei Tübinger Ballverluste in den ersten 100 Sekunden brachten den Schwaben einen schnellen 0:8-Rückstand, so dass Perovic noch bevor die ersten zwei Minuten gespielt waren zur ersten Auszeit bat. Die Raubkatzen bekamen aber weiterhin keinen Fuß auf das Parkett. Ein Ballverlust folgte dem anderen, während sich die Gäste in bester Trefferlaune zeigten. Zur Mitte des ersten Viertels lagen die Tübinger so mit 2:16 zurück. Auch in der zweiten Hälfte des Spielabschnitts konnten die Neckarstädter ihre Ballverluste nicht abstellen; derer sieben leisteten sie sich in den ersten zehn Minuten der Partie, so dass der 12:26-Rückstand zum Viertelende durchaus verdient war.

Noch nicht den Rythmus gefunden

Der zweite Durchgang startete für die Perovic-Truppe etwas besser, die Turnovers ließen nach und dementsprechend konnten die Tigers offensiv ein wenig Fuß fassen. Auf der anderen Seite des Feldes liefen die Eisbären aber regelrecht heiß, erzielten neun Punkte in zwei Minuten und zwangen Perovic beim Stand von 18:35 (13. Minute) zu seiner nächsten Auszeit. Nach dieser verloren beide Teams ihren Rhythmus im Angriff, oder um es anders zu sagen: die defensiven Bemühungen der Tübinger zeigten Früchte, während es im Angriff aber immer noch nicht so recht laufen wollte. Nach 17 gespielten Minuten stand es so 24:38 – seit der letzten Auszeit der Tigers hatten die Gäste von der Nordsee in fünf Minuten nur drei Punkte erzielt und die Schwaben bissen sich vor allem über Freiwürfe zurück in die Partie. Als es beim Stand von 32:47 in die Halbzeitpause ging, waren die Raubkatzen perfekt von der Freiwurflinie mit zwölf Treffern bei zwölf Versuchen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit schenkten sich die beiden Kontrahenten nichts, Tübingen verteidigte weiter aggressiv, doch die Gäste von der Nordsee hielten vor allem von jenseits der Dreierlinie dagegen und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem die Raubkatzen aber stets einem Rückstand von ungefähr 15 Punkten hinterherrannten. Zur Mitte des Viertels brach dieser Trend dann: der starke Vladimir Mihailovic verkürzte den Rückstand seines Teams erstmals wieder auf zehn Punkte und zwang Bremerhavens Trainer Calvin Oldham beim Stand von 45:55 in der 25. Minute zu einer Auszeit. Angepeitscht vom Publikum stellten die Tigers die Daumenschrauben noch enger, ließen ihre Gegner dank erstickender Verteidigungsarbeit in der zweiten Hälfte des dritten Durchgangs lediglich acht Punkte erzielen, während sie selbst keine Probleme hatten, den Ball im Bremerhavener Korb unterzubringen. Mit einem Zwischenstand von 57:63 gingen die Hausherren so in die letzte Viertelpause.

Erste Führung im letzten Viertel

Im Schlussabschnitt machten die Perovic-Schützlinge sofort da weiter, wo sie aufgehört hatten: starke Verteidigung führte zu schnellen Punkten und Bremerhaven musste tatenlos zuschauen. In der 32. Minute schon konnte der bisher blass gebliebene Rubit dann schließlich die Führung für seine Mannschaft erzielen: 66:65 stand es nach seinem And-One im Fastbreak. Mit den nun rasenden Fans im Rücken hielten die WALTER Tigers die Intensität aufrecht, verteidigten ihren Vorsprung mit Zähnen und Klauen. Nach einem Dreier des bockstarken McKinney zum 72:67 konnten sie diese in der 35. Minute sogar erstmals auf fünf Punkte ausbauen – nach einem verbockten Start in das Spiel sah es nun vorzüglich aus für die Tübinger. Mit dem Sieg in Reichweite blieben die Unistädter in einer hitzigen Partie cool, auch trotz eines heftigen Bremerhavene r Aufbäumens in den Schlussminuten, welches mehr oder weniger souverän beantwortet wurde, die Partie aber doch noch einmal zu einem echten Thriller machte. Und so konnten sich äußerst willensstarke Tiger nach einem hochspannenden Finale mit einem 84:80 Sieg gegen die Eisbären Bremerhaven ein verspätetes, aber dafür umso schöneres Weihnachtsgeschenk machen.
 

Dschungelgeflüster - der etwas andere Blick auf das Spielgeschehen:

Ein alter Bekannter zu Besuch: Drei Jahre spielte Josh Young für die Tübinger Raubkatzen und war bei den Fans ein Akteur mit viel Sympathie. Zur neuen Saison 2014/2015 wechselte der 26-jährige US-Amerikaner in die ProA zu rent4office Nürnberg. An neuer Wirkungsstätte ist Young ein Leistungsträger und kommt auf 15,1 Punkte, 3,3 Rebounds und 2,9 Assists. Die spielfreie Zeit seiner Mannschaft nutzte Young, besuchte die alten Teamkollegen über die Weihnachtstage und war Augenzeuge am Samstagabend beim Spiel gegen die Eisbären Bremerhaven. 

Falsche Halle?: Nach einer zehnstündigen Anreise kamen die Niedersachsen am späten zweiten Weihnachtsfeiertag in Tübingen an und wunderten sich um kurz vor 20 Uhr, dass in der Paul Horn-Arena wohl kein Training aufgrund eines Handballspiels stattfinden wird. Nach kurzem Austausch kamen die Gäste noch rechtzeitig zum Training in die Trainingshalle der Tübinger. Alles hat dann noch bestens geklappt", so Co-Trainer Chris Harris.

Höflich und sympathisch: Im Sommer 2012 befand sich Eisbären-Center Devin Searcy für einige Tage in Tübingen zu einem Tryout. Letztendlich entschied sich der US-Amerikaner damals für eine Engagement in Russland. "Ich freue mich immer wieder hier zu sein. Es war eine gute Zeit und ein guter Eindruck von Deutschland", so Searcy, der immer unglaublich höflich in der Neckarstadt auftritt. Nun ist der Center in der Beko BBL bei den Eisbären Bremerhaven (zweite Saison) gelandet und dort ein absoluter Leistungsträger. Im Spiel gegen Tübingen kam Searcy auf zehn Punkten und acht Rebounds.

Schwacher Start: Nach erst 122 Sekunden erzielte Michael Cuffee für die WALTER Tigers Tübingen die ersten Punkte. Somit stand es 2:8, doch die Raubkatzen kamen noch immer nicht richtig in das Spiel. Zur Halbzeit hatten die Gäste aus Bremerhaven bereits neun von 16 Dreier für insgesamt 27 Punkte versenkt - die Tigers trafen keinen ihrer sieben Würfe von Downtown.

Verdunkt: Das haben die Tigers-Fans gerne gesehen. Beim knappen Stand von 54:59 verschenkte Devin Searcy von den Eisbären einen Dunk alleine unter dem Korb. Nach weiteren 70 Sekunden endete das dritte Viertel mit 57:63.

Trauer um Nate Fox: Die Beko Basketball Bundesliga trauert um den ehemaligen Kapitän der Bayer Giants Leverkusen. Fox war am 22. Dezember in der Einfahrt seines Hauses in Bloomingdale (Illinios) im Alter von 37 Jahren erschossen worden. Der Power Forward spielte im deutschen Oberhaus für Leverkusen (2002 bis 2003 und 2005 bis 2008) und die New Yorker Phantoms Braunschweig (2009 bis 2010).


WALTER Tigers Tübingen (Tobias Fischer, Niklas Pempe, Johannes Beyer)



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