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19.12.2014 - Thomas Krammer

Tigers ohne Chance in Bayreuth! 70:85-Niederlage in der Wagnerstadt


TÜBINGEN / BAYREUTH – Das war bitter! Die WALTER Tigers Tübingen verlieren vor 2821 Zuschauern in der Oberfrankenhalle nach einer schwachen Leistung mit 70:85 (30:47) gegen medi bayreuth und verpassen damit den Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz. Nach einem verheißungsvollen Beginn der Raubkatzen waren es die Gastgeber, die offensiv wie auch defensiv das Spiel kontrollierten. Die Neckarstädter hatten vor allem mit der aggressiven Verteidigung der Bayreuther große Probleme und bekamen nur wenig offene und leichte Würfe.

In der eigenen Defensive bekam die Mannschaft von Igor Perovic die Oberfranken zu keiner Zeit vollständig in den Griff, sodass die Raubkatzen bereits zur Pause mit 30:47 zurücklagen. Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts am Spielgeschehen. Bayreuth war weiter die bestimmende Mannschaft und ließ im zweiten Spielabschnitt zu keiner Zeit Zweifel am siebten Saisonerfolg aufkommen.


Bittere Niederlage in Bayreuth - die fünf wichtigsten Statistiken zum Spiel:

Endergebnis: medi bayreuth - WALTER Tigers Tübingen 85:70

Top-Scorer: Brandon Bowman (15 Punkte) - Augustine Rubit (13 Punkte)

Top-Rebounder: Brandon Bowman (acht Rebounds) - Augustine Rubit, Anatoly Kashirov (sieben Rebounds)

Ausgefoult: Ronald Burrell (35. Minute) - Bogdan Radosavljevic (38. Minute)

Head-to-Head - beide Mannschaften im direkten Vergleich:
medi bayreuth (32 Rebounds/21 Assists/ 53% FG/ 43% 3P/ 41% FT) - WALTER Tigers Tübingen (47 Rebounds/11 Assists/ 39% FG/ 35% 3P/ 63% FT)


Stimmen zum Spiel:

Michael Koch (Head Coach medi bayreuth): "Danke für die Glückwünsche. Es war ein wichtiges Spiel, wie die letzten Heimspiele auch. Wir haben nach der deutlichen Niederlage in München nun 7:7-Siege. Was mich beeindruckt ist die Art und Weise, wie wir in das Spiel gegangen sind. Nach einem etwas misslungenen Start haben wir das Spiel innerhalb von ein paar Minuten gedreht und die Führung immer weiter ausgebaut. Wir haben als Team zusammen gespielt, hatten viele Assists und eine ausgeglichene Punktverteilung. Zwei Schwachpunkte hatten wir: Das Rebounding, aber das wussten wir. Tübingen ist unter den Top Fünf der Liga. Die Freiwurfquote war am Ende auch etwas zu niedrig. Aber wir hatten die Energie, den Ehrgeiz, den Willen, das Spiel zu gewinnen. Auch nach der Halbzeit sind wir nicht eingebrochen, von daher war es ein verdienter Sieg, der uns wieder einen guten Schritt voranbringt.”

Igor Perovic (Head Coach WALTER Tigers Tübingen): Gratulation an Mike und Bayreuth. Sie haben gut gespielt und verdient gewonnen. Von Beginn an waren sie aggressiver als wir. Wir haben eine niedrige Wurfquote und zu viele Ballverluste gehabt, in der ersten Halbzeit dazu nur fünf Assists. Das war der große Unterschied. Bayreuth hat den Ball und die Offensive kontrolliert, im Eins gegen Eins besser gespielt. Für so ein wichtiges Spiel hatten wir zu viele Ballverluste. Sie haben uns keine Chance gelassen.”


Spielverlauf:

Die WALTER Tigers starteten die Partie mit Branislav Ratkovica, Michael Cuffee, Anatoly Kashirov, Augustine Rubit und Vladimir Mihailovic - und legten gut los in der Oberfrankenhalle. Nach knapp vier Minuten zeigte die Anzeigetafel nach einem erfolgreichen Dreier von Mihailovic eine 7:2-Führung für die Raubkatzen. Bayreuth zeigte sich vom forschen Beginn der Neckarstädter keineswegs geschockt. Die Gastgeber agierten fortan aggressiver in der Defensive und zwangen die Tigers so zu mehreren einfachen Ballverlusten. Auch offensiv kamen die Oberfranken langsam in ihren Rhythmus, sodass Brandon Bowman und Javon McCrea einen 10:0- Lauf zur 12:9-Führung abrundeten und Tigers-Head Coach Igor Perovic zu einer ersten Auszeit zwangen (sechste Minute). Doch auch nach der Auszeit sollte es bei den Tübingern nicht laufen. Bayreuth blieb weiter das dominierende Team und gestaltete ihr Offensivspiel variabel. Trevon Hughes von Downtown und Bowman sorgten schließlich für den 17:27-Rückstand der Tübinger nach dem ersten Viertel. Besonders die Ballkontrolle war eines der Probleme auf Seiten der Tübinger (acht Ballverluste).

Bayreuth mit starken Wurfquoten und besserer Ballkontrolle
& amp; lt; br />Der Beginn des zweiten Spielabschnitts gehört auf Seiten der Schwaben einem Mann - Aleksandar Nadjfeji. Der 38-Jährige verkürzte mit vier Punkten in Serie den Abstand (21:27, zwölfte Minute). Doch auch das sollte den Raubkatzen keine Sicherheit geben. Bayreuth blieb weiter brandgefährlich, besonders von jenseits der 6,75-Meter-Linie. Folgerichtig baute der starke Hughes mit einem Dreier den Vorsprung auf 16 Punkte aus (43:27, 16. Minute). Zu der Zeit hatten die Tübinger vor allem auf der Center-Position mit Foulproblemen zu kämpfen. Kashirov wie auch Bogdan Radosavljevic saßen mit jeweils drei Fouls auf der Ersatzbank. Das letzte Highlight in der ersten Halbzeit setzte McCrea mit einem krachenden Dunk zum 47:30-Pausenstand. Ein Blick auf die Zahlen verdeutlichte, woran es besonders lag. Zwar dominierten die Tigers die Bretter (24:11-Rebounds zugunsten der WALTER Tigers), doch die Bayreuther überzeugten mit hohen Wurfquoten (63 Prozent aus dem Feld, 55 Prozent von Downtown), guten Teambasketball (zwölf Assists) bei wenigen Ballverlusten (drei).

Vorentscheidung frühzeitig gefallen

Der Start in den zweiten Spielabschnitt gehörte den Gastgebern, Bowman erhöhte mit zwei Dreiern die Führung (34:55, 23. Minute). Wie bereits in der ersten Hälfte hatten die Tigers in der Folge mit der aggressiven Verteidigung der Oberfranken, sodass der Abstand nicht verkürzt werden konnte und eine Vorentscheidung schon frühzeitig gefallen war. Die letzten Punkte im dritten Viertel erzielten Philipp Heyden und Hughes von der Freiwurflinie, womit die Neckarstädter mit einem deutlichen 42:69-Rückstand in das Schlussviertel gingen. Mihailovic sorgte für die ersten Punkte in den letzten zehn Minuten, doch die Bayreuther hielten die Intensität an beiden Enden des Parketts weiter hoch. Jimmy McKinney verkürzte mit zwei Dreiern die Rückstand (54:76, 33. Minute), ehe auf beiden Seiten eine Korbflaute einsetzte. Besonders an der Linie zeigten beide Kontrahenten Nerven. Ratkovica war es schließlich, der den Ball nach der Flaute als Erster durch die Reuse setzte. In der Schlussphase plätscherte das Spiel vor sich hin. McCrea brachte die Halle noch einmal mit einem krachenden Dunk zum Beben. Mit einem abschließenden 9:0-Lauf der Gäste gegen nicht mehr intensiv verteidigende Bayreuther betrieben die Tübinger Ergebniskosmetik - 70:85 hieß es am Ende in der Oberfrankenhalle.


Dschungelgeflüster - der etwas andere Blick auf das Spielgeschehen:

Pechvogel Jönke, Saddedine springt ein: Till Jönke erlebt nicht gerade die erfolgreichste Woche in seiner bisherigen Karriere. Am Montag gegen Ligaprimus ALBA BERLIN zog sich der 22-Jährige nach einem Zusammenprall eine Wunde im Mund zu, die im Krankenhaus mit zehn Stichen genäht werden musste. Dennoch machte sich Jönke am Mittwochnachmittag mit der Mannschaft nach Bayreuth auf und wollte mit einer Maske spielen. Doch am Morgen des Spieltags folgte die nächste Hiobsbotschaft: Der Guard klagte über Probleme im linken Fuß. Ein Arztbesuch ergab die Diagnose einer Infektion am Fuß, sodass an einen Einsatz nicht zu denken war. Da die Beko BBL-Statuten jedoch vorsehen, dass zehn Spieler auf dem Spielberichtsbogen stehen müssen (davon vier mit deutschem Pass), sprang NBBL-Spieler Sven Saddedine ein und stand damit erstmals im Aufgebot der Raubkatzen. Der 17-jährige Forward machte sich direkt nach der Schule zusammen mit Co-Trainer Thomas Unger auf den Weg nach Oberfranken.

Auch Rubit angeschlagen: Während Till Jönke aussetzen musste, ging Augustine Rubit körperlich angeschlagen in die Partie in Bayreuth. Der 25- Jährige beklagte Magen-Darm-Probleme, doch er biss auf die Zähne und kam in knapp 24 Minuten Spielzeit auf 13 Punkte und pflückte sieben Rebounds.

Berühmter Nachname: Ein berühmter Nachname fand sich beim Tübinger Gastspiel in Bayreuth auf dem Spielberichtsbogen - Durant. Dabei handelt es sich selbstverständlich nicht um den Superstar Kevin Durant aus der NBA, sondern um Nachwuchsspieler der Oberfranken Dilhan Durant. Der feierte beim deutlichen Sieg gegen die Tigers auch sein Beko BBL-Debüt, als er drei Minuten vor dem Ende eingewechselt wurde. Von der Freiwurflinie holte der 18-Jährige auch sofort einen Punkt und gab einen Assist.

Ausgeglichene Bayreuther: medi bayreuth überzeugte beim 85:70-Erfolg gegen die WALTER Tigers mit einer guten Teamleistung. Die insgesamt 21 Assists sind ein gutes Indiz dafür wie auch die Tatsache, dass ich alle zehn eingesetzten Spieler in die Punkteliste eintragen konnten, davon gleich fünf Akteure zweistellig. Neben Top-Scorer Brandon Bowman (15 Punkte) waren das Javon McCrea (13 Punkte), Trevon Hughes (zwölf Zähler) sowie Bryan Bailey (elf Punkte) und Lukas Palyza (zehn Zähler).

Trikotauktion für einen guten Zweck: Für die 2821 Zuschauer in der Oberfrankenhalle war der Abend mit der Schlusssirene noch nicht vorbei. Denn nach dem Spiel boten die Oberfranken ihren Fans eine besondere Auktion an. Die Anwesenden konnten die Weihnachtssondertrikots der Spieler ersteigern - bis zu 500 Euro boten die Fans für die Shirts der Spieler. Einige der Spieler ließen sogar für ihre Schuhe bieten. Der Erlös der Aktion geht in die Nachwuchsabteilung von medi bayreuth.  



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