Tipps für das Überleben im Tübinger Verkehr

Neu ab November 2011: eine zusätzliche Busverbindung von Tübingen nach München.

Diese Seite ist vor allem für Ortsfremde geschrieben. Denn Besucher und Touristen werden schnell von den Tübinger Besonderheiten überfordert. So habe ich schon erlebt, wie Besucher nach langem Parkplatz suchen wieder abgedreht sind und einfach nach Rottenburg weiter gefahren sind. Und ich habe auch schon weinende Besucher der Kliniken getroffen, die ganz verzweifelt waren, weil sie ihren Bestimmungsort nicht gefunden haben. Denn selbst kundige Tübinger können mit den ständigen Änderungen bei den Klinikgebäuden nicht Schritt halten.
 

Die 8 wichtigsten Tipps

1. Nicht in die mittelalterliche Altstadt fahren (Falschparken kostet dort 75 € !)
2. Für den Innenstadtbereich in einem Parkhaus parken. Die kurzen Restwege zu Fuß gehen!

Parkhaus König
für Innenstadtkliniken, Altstadt, bei Anfahrt vom Norden (B464, Bebenhausen), Osten (Lustnau) und Westen (B28)
Parkhaus Metropol für Bahnhof, Altstadt, bei Anfahrt vom Süden, Westen und Osten (B27, B28)
Parkhaus Neckar für Zinserdreieck, Altstadt, bei Anfahrt vom Süden und Osten (B27, B28)

3. Touristikbusse parken am besten in der Touristikbus-Parkspur beim ZOB (Hauptbahnhof).
4. Es gibt meist genügend Parkplätze direkt in der Nähe der
Berg- und BG-Kliniken.
5. Besucher der Kunsthalle auf die Hinweise dort achten. Vom Bahnhof mit dem TÜ-Bus Nr. 5
oder 17.
    Rund um die Kunsthalle ist Tempo 30 Zone. Busse können in Waldhausen parken.
6. Für eine preiswertere Fahrt im TÜ-Bus (NALDO) braucht man eine aufgeladene Geldkarte!
7. Immer und überall den Parkschein lösen. Es wird erbarmungslos abkassiert. Abschleppen -        
      z.B. nach ungefugtem Parken auf Behindertenparkplätzen - kostet ab 150 €.
8. Es gibt keine stadtnahen und kostenlose Parkplätze,
Suchen danach lohnt sich also nicht.

Elektronische Fahrplanauskunft Baden-Württemberg
Stadtverkehr Tübingen
Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO)

Neckar Parkhaus in Tübingen

Die folgenden Buslinien fahren NICHT am Sonntag:

6, 7, 13, 15, 16, 17

Ich selbst habe auch schon Gäste gehabt, die trotz Stadtplan und Wegbeschreibung zwei Straßen weiter gestanden sind und mit dem Handy von mir Hilfe haben wollten. Ich habe sie dann einfach zu Fuss an ihrem Platz abgeholt und bin mit ihnen zu mir gefahren.

Aber auch temporäre Bewohner, wie StudentInnen, sind immer wieder überrascht, was man hier alles nicht tun darf. Und sie spüren dann mit platten Reifen die bittere Rache der Anwohner, denen sie regelmäßig die Einfahrt zuparken.

NeubürgerInnen sollten sich deshalb unbedingt bei den Nachbarn oder Vermietern erkundigen, welche Fettnäpfchen zu vermeiden sind.

Der wichtigste Hinweis ist, sich vor der Reise gut zu informieren. Man sollte bei Angabe von Adressen grundsätzlich fragen, wie man dort hinkommt und wenn man mit dem Auto fährt, wo man parken kann. Wer eine Adresse hat, diese ins Navi eingeben und sich dann leiten lassen. Eventuell sollte man einen Treffpunkt außerhalb der Kernstadt vereinbaren und sich von dort lotsen lassen. Es sind ja nicht die großen Entfernungen, die Probleme machen, sondern die extrem komplizierte Verkehrsführung und eine chaotische Beschilderung, die nicht erlauben, sich intuitiv - wie man dies in anderen Kleinstädten tun würde - zu orientieren.

Die Park Route Zentrum, die Autofahrer zu altstadtnahen Parkplätzen führen soll, hilft Fremden kaum, denn sie wissen nicht, wo die Altstadt liegt und wo sie aussteigen sollen. Sie verlassen sich besser auf die meist ausreichenden Plätze in den Parkhäusern, die alle zentral genug zur Altstadt liegen. Verlassen aber kann man sich auf die Hotel-Route.

Europaplatz, Hauptbahnhof und Thiepvalgebäude

Aber auch wer mit der Bahn kommt, wird Hilfe brauchen. Denn selbst wichtige Schilder fehlen. Seit 2006 aber gibt es zumindest für die Altstadt ein Leitsystem zu den wichtigsten Attraktionen.

Infotafeln Leitsystem Tübingen

Genau so suchen Radtouristen immer ganz verzweifelt nach der Neckartal-Radweg Ausfahrt aus der Innenstadt (siehe weiter unten). Denn delikaterweise führt man diesen vielgefahrenen Weg an den interessanten Stellen Tübingens vorbei. Ein Musterbeispiel für wirklich unzureichendes Stadtmarketing. Immerhin ist seit 2001 wenigstens die Beschilderung an neuralgischen Punkten besser geworden. Es gibt aber noch viel zu tun.

Neckarbrücke in Tübingen

Obwohl man aus diesen Signalen eigentlich den Schluss ziehen sollte, dass Tübingen an Besuchern und Touristen wenig interessiert ist, sollte man sich trotzdem nicht von einem Besuch abhalten lassen und das Ganze als Abenteuer auffassen. Oder eine der vielen Führungen buchen, hier kommt man dann wohlbehalten wieder an sein Ziel.

Tübushaltestelle invder Wilhelmstraße

Vielen Problemen wird man ausweichen, wenn man sich des  TÜBUS Services (der Firmen Kocher und Schnaith) bedient. Werktags tagsüber sind die Intervalle sehr kurz und man fährt mit den Bussen wirklich gut. Man muss sich nur etwas informieren! Selbst vom Flughafen Stuttgart gibt vor allem an Werktagen eine akzeptable Busverbindung (Ort=Stuttgart, Haltestelle=Flughafen). Mit höchstens einmal Umsteigen in Leinfelden erreicht man in etwa einer Stunde Tübingen. Allerdings würde ein Sammeltaxi-Service noch wesentlich besser passen. Mit 15 € pro Person würden sowohl Reisende als auch Unternehmer davon profitieren. Leider aber gibt es ihn (noch) nicht.

Wer mit dem Linenbus oder Stadtverkehr ankommt, die Haltestellen Stadtgraben, Lustnauer Tor und Neckarbrücke liegen alle am Rande der kleinen Altstadt. Aber auch vom Hauptbahnhof / Omnibusbahnhof / Busbahnhof kann man problemlos in wenigen Minuten zu Fuss in die Altstadt kommen.

Der neue, utralange TÜBus

Der neue, ultralange TÜBus

Von den Kliniken am Berg (Schnarrenbergkliniken und BG Unfallklinik) kommt man mit fast allen Bussen talwärts in die Altstadt, von den Kliniken im Tal (Innenstadtkliniken) geht man am besten zu Fuß durch den Alten Botanischen Garten in die Altstadt. Wer von der Tropenklinik in die Stadt will, soll sich dort beim Pförtner danach erkundigen.

Die Verkehrsanbindung nach Stuttgart - ob jetzt mit Bahn, Auto oder Bus - wird immer schlecht bleiben. Man sollte sich hier keine Illusionen machen. Für ein direktes, schnelles Verkehrsmittel (wie Transrapid) fehlen die Verkehrsaufkommen und alle anderen Wege sind totale Umwege. Und im Auto wird man immer im Stau stecken, dazu ist der Ballungsraum einfach zu dicht besiedelt.

Wer mit der Bahn zuverlässig nach Stuttgart fahren will, wählt besser die Route durch das Neckartal (über Reutlingen). Die gleich teure Fahrt mit der Ammertalbahn über Herrenberg birgt leider immer noch die Gefahr, dass man seinen Anschluss verpasst.

Taxiparade in der Wilhelmstraße

Aber auch die Verbindung in Tübingen selbst zwischen den Stadtteilen südlich des Neckars und nördlich des Neckars wird solange ein Problem bleiben, bis man sich endlich zu einer großen Lösung, z.B. mit einem Tunnel durch den Österberg zwischen Blauer Brücke und Wilhelmstraße/Brunnenstraße, durchringt. Alle anderen Lösungen - immer mit viel Ideologie vorgetragen - sind nicht wirksam genug. Eine Abhilfe für Fussgänger würde schon ein Steg von der Platanenallee zum Neckarufer beim Hölderlintum bringen, ein ursprünglich existierender Plan, dessen Realisierung aber schon seit über 100 Jahren aus kommerziellen Interessen verhindert wird.

Im Internet gibt es eine Börse mit Mitfahrgelegenheiten, speziell auch für Tübingen. Und unbedingt will ich hier auch auf die Möglichkeit des Teilautos (Car sharing) hinweisen, das sich in Tübingen auch in der Praxis durchgesetzt hat.

Aktuell (2012-03) gibt es nur eine einzige Stromtankstelle (E-Tankstelle) in Tübingen, bei den Stadtwerken in der Eisenhutstraße 6. In Reutlingen sind es 4, weitere Stromtankstellen sind im nahen Rottenburg und Oberndorf.

Für Radfahrer und Radtouristen gibt es die eigene Seite Fahrradstadt Tübingen!

In Tübingen fehlt es? Amazon liefert es!
http://www.amazon.de/exec/obidos/redirect-home/praxilogie

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