Zum Stadtfriedhof Zum Bergfriedhof
| Friedhöfe sind überall interessante Informationsstätten. Erzählen sie
doch auf engem Raum viel über das Verständnis der Menschen zu Leben und Tod, zu ihrem
Glauben an Gott und Vaterland und über ihr Werteverständnis im Allgemeinen.
Man erkennt gleich die mächtigen Familien des Ortes, den Stand des Handwerks und der Kunst. Wer die Pflege der Gräber, speziell auch ihre Beleuchtung beobachtet, erfährt viel über den Wert der Ahnen und hat auch eine gute Aussage über die Mobilität der Nachkommen. Aus diesem Grund besuche ich auf meinen Reisen stets auch gerne den Friedhof eines Ortes.
Selbstverständlich gibt es viel größere und interessantere Friedhöfe, wie Père-Lachaise in Paris, den riesigen Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg, die Friedhofsinsel (Cimitero) in Venedig oder den hochinteressanten Zentralfriedhof in Wien (nach Ohlsdorf der zweitgrößte Europas), aber der Tübinger Stadtfriedhof hat seinen eigenen Reiz. Für viele ist er genau so, wie man sich einen Friedhof vorzustellen hat.
Dazu eine umfangreiche Legende zu den Gräbern (m.f.G.v. Andreas Vogt)
Klein und übersichtlich, mit vielen Sitzgelegenheiten und einer guten Orientierungshilfe zu den Prominentengräbern lockt er viele Besucher an. Jedoch auch Studenten und Studentinnen aus dem nahen Kupferbau oder den Kliniken, die in ihm eine kurze Denkpause einlegen, schätzen ihn. Viele Spaziergänger durchqueren ihn gerne, bietet er doch eine erbauliche Alternative zu den Fußwegen an den vielbefahrenen, lauten Straßen, die den Friedhof begrenzen. Und viele Touristen kommen zu ihm, sei es um die Gräber der Prominenz zu besuchen oder einfach um ein Stück deutscher Kulturgeschichte zu erleben. Zum Glück wird nach langem Hin und Her der Stadtfriedhof nicht nur als Park, sondern ab 1.7.2001 weiterhin als aktiver Friedhof, neben dem wesentlich grösseren Bergfriedhof, der Tübinger Bevölkerung erhalten bleiben.
Übrigens ist der Stadtfriedhof keineswegs nur ein Prominenten-Friedhof. Neben einigen Prominenten fanden viele einfache Bürgerfamilien hier ihre letzte Ruhestätte. Und einige prominente Tübinger Bürger, wie Ernst Bloch (+1977), sowie seine Frau Karola (+1994) haben am Bergfriedhof im Süden der Stadt ihr Grab. In den Tübinger Stadtteilen gibt es weitere 11 Friedhöfe. Toiletten befinden sich ganz zentral im Verwaltungsgebäude an der Gmelinstraße. Der Friedhof ist immer geöffnet. Hirschkäfer im Stadtfriedhof Tübingen |

| Wer ein Grab im Stadtfriedhof haben möchte, sollte sich eine Pflegepatenschaft für ein Wahlgrab überlegen. Zur Zeit ist die
Auswahl dafür noch relativ groß, das wird sich sicher ändern, wenn diese Möglichkeit
allgemein erkannt wird. Auskunft bei der Friedhofsverwaltung der Stadtbaubetriebe (SBT),
z.B. Frau Fröschke, Tel 07071 - 204 - 1259, Sindelfingerstr. 26. Ich selbst habe mir
sofort ein Grab ausgesucht und erfreue mich täglich, wenn ich daran vorbeigehe, meines
Lebens und der Gewissheit, einmal eine schöne Ruhestätte mit einem Kulturdenkmal zu
haben.
Beginnend von A (Eingang Parkplatz Kupferbau) hat sich der Friedhof zuerst nach Westen und später nach Norden ausgedehnt. Bei A sollte man auch mit der Besichtigung beginnen.
Das älteste Grab ist das von Jacob Conrad Schweickhardt (+1830) in B. Ganz in der Nähe dürfte auch das erste Grab des Stadtfriedhofs gewesen sein, nämlich das von Jacob Engelfried, der am 30.November 1829, einen Tag nach der offiziellen Eröffnung, begraben wurde. Dieses Grab existiert nicht mehr, aber der Straßenname Engelfriedshalde erinnert immer noch an diese Familie.
Der älteste Grabstein ist an der Südmauer der Kapelle (Ernst Bengel, +1798). Einen großen Raum nimmt der Friedhofsteil für die Opfer des Ersten Weltkriegs ein. In unmittelbarer Nähe zum Stadtfriedhof sind in der Wildermuthstraße zwei Gärtnereien, die die meisten Gräber pflegen. Und man findet da auch die Tagesklinik, sowie andere bemerkenswerte Häuser, z.B. die Pankok-Jugendstil-Villa.
Und von der Wildermuthstraße die Treppe runter über der Sigwartstraße geht es zum Johanneumkonvikt, an das auch viele Tübinger Erinnerungen haben werden. Es ist inmitten der Stadt - wie der Stadtfriedhof - eine wunderbare (allerdings private) Oase, die im Jahre 2000 hundert Jahre alt wurde.
Manche der Prominentengräber, die auf den beiden großen Friedhöfen
gesucht werden, |
Links zu Bestattungsdiensten und - Instituten: Flunkert, Gommel, Rilling & Partner
Steinmetze und Anbieter von Grabmälern findet man im Branchenverzeichnis
Bei der Stadtverwaltung gibt es umfangreiche und nützliche Informationen zu allen Tübinger Friedhöfen
Die kompetente Informationsquelle zum Stadtfriedhof:
Helmut
Hornbogen: Der Tübinger Stadtfriedhof
Wer sich aus der Ferne über Todesanzeigen informieren will, kann den
ausgezeichneten
Tagblatt
Service dafür in Anspruch nehmen.
Ein virtueller Friedhof mit vielen Foto-Motiven aus Tübingen: Der ewige Garten
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| © (P) 2007 Otto Buchegger Tübingen tuepps.de/stadtfriedhof.html |