Kultur in und um Tübingen

Haspelturm und Blick ins NeckartalJeden Tübingen-Besucher lockt das Schloss in neuem Glanz zu einem Aufstieg. Der Blick auf Altstadt und Kliniken ist einzigartig. Unbedingt sehenswert ist auch der Blick vom Ludwig-Uhland- Institut (im Westteil des Schlosses, Treppenaufgang vom Innenhof benutzen) ins obere Neckartal. Für eine angenehme Ruhepause ist der kleine Garten vor dem Schloss ideal. Eine Toilette gibt es im Schlosshof. Ein Cafe fehlt aber leider immer noch. Das Schloss ist übrigens ein Universitätsgebäude und war Wirkungsstätte vieler berühmter Forscher.

Abgusssammlung im Schlossmuseum HohentübingenMuseum Schloss Hohentübingen.  Besonders empfehlenswert sind die Spezialführungen am Sonntag. Selbst vielen Tübingern ist unbekannt, dass hier die Verantwortung für einige der ältesten bekannten Fundstücke zur menschlichen Kunst liegt, einige der kostbaren, allerdings ziemlich unscheinbaren Exemplare sieht man aber in Blaubeuren. Im Fünfeckturm ist jetzt in wenigen Räumen die Völkerkunde zuhause.

Die Alte Aula, hier begann 1477 die Uni TübingenDie Universität ist das Rückgrat der Stadt, sie ist die wichtigste Institution, die Tübingen von anderen Kleinstädten unterscheidet. Die größte Fakultät sind übrigens die Neuphilologen und es studieren viel mehr junge Frauen als Männer in Tübingen (im Wintersemester 2009/2010 gab es 24.473 Studierende, bei einem Frauenanteil von fast 59 Prozent, 13 Prozent der Studierenden kommen nicht aus Deutschland und verhelfen Tübingen zu etwas internationalem Flair.

Sommeruniversität in der Alten Anatomie am ÖsterbergNeben eigenen Veranstaltungen, die den Kulturbetrieb der Stadt bereichern, wie die Konzerte des Kulturreferats, das Studium Generale, unterstützt die Universität auch andere Initiativen, wie die bundesweit bekannte Kinderuniversität (initiiert vom Tagblatt) oder die Sommeruniversität als Plattform der Selbstdarstellung für die Uni, Infotainment für die lokalen Bildungsbürger und als Magnet für Besucher. Sie hat ebenfalls bewiesen, dass Tübingen eine aktive Kulturstadt ist und die Universität das schmückende Beiwort "Elite-" durchaus verdient hätte.

Neue Aula im Festschmuck des 525 Jahre Jubiläums 2002Besucher sollten wissen, dass die meisten Universitätsgebäude öffentliche Gebäude sind und man sie als Einzelperson oder in der kleinen Gruppe durchaus - solange man nicht stört - betreten kann. Besonders sehenswert ist die Neue Aula mit dem Festsaal, mein Lieblingshörsaal aber ist die 'Alte Physik' gegenüber davon, am Anfang der Gmelinstraße (Eingang Nauklerstraße). Hier ist seit hundert Jahren die Einrichtung nahezu unverändert geblieben und die Universität zum lebendigen Bildungs-Museum geworden.

Geologisches InstitutMuseum des Institutes für Geologie und Paläontologie. Das Sauriermuseum in der Sigwartstr.10. Besonders Kinder lieben diese hoch interessante Sammlung, die u.a. viele Schätze von der nahen Alb zeigt. Nach dem Umzug der Geographen in die ehemalige Kinderklinik einige hundert Meter westlich werden hoffentlich die Sauriersammlung und dieComputermuseum am Informatikinstitut (Sand) in Tübingen Mineraliensammlung endlich zusammen präsentiert werden können. Einige Schritte weiter ist die Zoologische Schausammlung, die auch öffentlich zugängig ist. Am Sand (Bus 2) ist ein kleines Computermuseum, das besonders interessant wird, wenn es Prof. Klären selbst sehr unterhaltsam erklärt!

Der historische Lesesaal in der Uni-BibliothekUniversitätsbibliothek Wilhelmstraße. Der Zeitschriftenlesesaal ist frei zugängig. Auf Antrag bekommt man einen Ausweis zur Benutzung aller Einrichtungen der Bibliothek, die 1999 mit einem Riesenbau in der Brunnenstraße erweitert wurde. Wirklich sehenswert ist der Historische Lesesaal, der auch gerne als Filmkulisse verwendet wird und auch die Gratis-Sonderaustellungen im Foyer verdienen Beachtung.

Gleich gegenüber, in der Wilhelmstraße 7, ist das MUT, das Museum der Universität Tübingen, seit 10/2008 unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Ernst Seidl.

KunsthalleKunsthalle, im Norden der Stadt, auf der Wanne. Erfahrungsgemäß sind die angenehmsten Termine am Anfang der Kunsthallen - Ausstellungen. Die Tübinger gehen vor allem gerne zu den Ausstellungseröffnungen der Kunsthalle, jeweils am Vorabend einer neuen Ausstellung, da kostet der Eintritt nichts und man trifft alle, die sich in Tübingen für Kunst interessieren. Seit 2010 ist Daniel J. Schreiber geschäftsführender Kurator. Schon mit seiner ersten Ausstellung "Mel Ramos" hat er bewiesen, dass er ein sehr gutes Händchen fürs Marketing hat. Zu erreichen mit den Bussen 5,13,17. Achtung, rund um die Kunsthalle gilt Tempo 30, leider wird es mit Radarfallen auch gründlich zum Abkassieren genutzt. Seit August 2006 ist ein Literaturcafe in der Kunsthalle, geführt von Gottfried Schönweitz und Ulf Siebert.

Daniel J. Schreiber, Geschäftsführender Kurator der Kunsthalle Tübingen

Der Geographische Mittelpunkt Baden-Würtemmbergs im ElysiumNicht nur das Thema Rousseau in 2001 hat eingeladen, neben der Kunsthalle auch den Neuen Botanischen Garten zu besuchen, der auf dem ebenen Luise-Wetzel-Weg nur 1 km oder 15 Gehminuten von der Kunsthalle entfernt ist. Über den Neuen Botanischen Garten kommt man auch zu Fuß zum idyllisch gelegenen Geographischen Landesmittelpunkt im "Elysium", weiter geht es über den Stadtfriedhof und Alten Botanischen Garten in die Altstadt. Die Dauer dieses angenehmen Spaziergangs ist etwa eine Stunde und es geht immer bergab.

Ugge Bärtle Skulpturengarten Wer Skulpturen liebt, wird vielleicht einen Abstecher zum Skulpturengarten von Ugge Bärtle (Eingang Ecke Frondsbergstraße / Föhrberg) machen, der in der Nähe des Weges liegt. In der Stadt selbst werden Kunstfreunde lieber die Galerien und andere interessante Läden besichtigen wollen oder gut essen gehen.

Stadtmuseum KornhausstraßeMit dem neuen Leiter Karlheinz Wiegmann ist das Stadtmuseum im Kornhaus in der Kornhausstraße wieder aktiv. Das bekannte, klein-feine Lotte-Reiniger- Museum mit Scherenschnitten hat nun einen festen Platz. Es gibt viele weitere Heimatmuseen in Ausflugsdistanz, z.B. auch das Museum für Volkskultur in Württemberg im nahen Schloss Waldenbuch.

Museum Ritter in WaldenbuchAuch in Waldenbuch wurde im September 2005 das Museum Ritter eröffnet. Wer schon mit "quadratisch, praktisch, gut" die Ritter-Schokolade assoziiert hat, kann jetzt auch dieses privat finanzierte Museum damit einschließen. Der Andrang für das Museum Ritter ist riesig. Viele Besucher bewundern nicht nur die Sammlung Marli Hoppe Ritter und andere Ausstellungen, sondern decken sich auch mit preiswerter Ritter-Sport Schokolade ein.

Das Tübinger Zimmertheater ist eine wichtige Institution im Kulturleben Tübingens. Das Landestheater Württemberg Hohenzollern Tübingen (LTT) ist auch für die Region südlich und westlich von Tübingen von Bedeutung.

Nur 28km von Tübingen liegt auf der Schwäbischen Alb Melchingen, dessen Theater Lindenhof auch von Tübingern gerne besucht wird. Daneben gibt es noch weitere Aufführungsplätze, wie das Vorstadttheater in der Katharinenstraße und viele weitere Initiativen, die auf einer eigenen Theaterseite zu finden sind.

Ein alter Horch im Boxenstop in TübingenLobenswert sind die vielen Privatinitiativen, um Tübingens Schätze auch für Besucher und Touristen sichtbar zu machen. Obwohl sicher auch kommerzielle Interessen dahinter stecken, so muss man doch das Engagement und die unendliche Liebe zur Sache betonen. Ein gutes Beispiel ist der Boxenstop, das Privatmuseum des Busunternehmers Rainer Klink in der Brunnenstraße. Mit seinen Retromotor Oldtimertreffen hat er viele Menschen nach Tübingen gebracht und mit dem Spielzeug in seinem Museum viele Kinder glücklich gemacht.

Einige Nummern größer ist das neue, auch noch in Reichweite Tübingens sich befindliche,  Mercedes-Benz Museum in Stuttgart, das am 19. Mai 2006 eröffnet wurde. Der Besuch kann uneingeschränkt empfohlen werden.

Mit der Kulturbahn erreicht man über eine wunderschöne Route Pforzheim. Am Weg die attraktiven Ziele Horb, Nagold, Calw und Hirsau, alle einen Stop wert. Super preiswert wird dieser Ausflug, wenn man zu fünft unterwegs ist.

Auch viele Schulen sind sehr aktiv in Kultur (z.B. die Freie Walddorfschule). Konzerte, Theaterstücke, aber auch Märkte, bereichern das Kulturleben. Diese Veranstaltungen werden vor allem gerne von den Angehörigen besucht, locken aber auch anderes Publikum.

Der Verein Kultura kümmert sich ums regionale Kulturleben und publiziert das Online-Magazin kultura-extra. Von Hella Mohr gibt es die "Historische G'schichtle aus em Schwobeländle", auch im Internet (dort ist auch der interessante Festvortrag zum Isolde Kurz Jubiläum). Der Tübinger Robert Wedig schuf in Courchaton in seinem La Grenelle einen Platz für Kellerkonzerte.

Tübinger Bücherfest 2002, Paul Maar erzählt im Pfleghof den Kindern vom SamsEin überregional bemerkenswertes Kultur-Großereignis ist das Tübinger Bücherfest, das in der Regel alle zwei Jahre die gesamte Altstadt zur Bühne für Literatur verwandelt. Es lohnt sich die Reise so zu planen, dass man an diesem Wochenende in Tübingen ist.

Wesentliche Kulturträger sind auch in Tübingen die Kirchen, allen voran die zentrale evangelische Stiftskirche. Auch die katholische Johannesgemeinde ist im Netz, damit sind fast alle größeren Kirchen mit ihren Aktivitäten im Netz vertreten und man kann sich auch von außerhalb Tübingens über besondere Ereigniss informieren. Tübingen hat durch die Wahl von Joseph Ratzinger (der hier von 1966 bis 1969 neben Hans Küng unterrichtete) zum Papst Benedikt XVI. neue Aufmerksamkeit bekommen.

Graffiti in der GartenstraßeSehr auffallend und meist auch extrem störend sind die unzähligen Wandschmierereien. Aber es gibt auch wirklich künstlerische Graffitis (z.B. auch von Tobias Reif), denen man auch durchaus mehr offiziellen Raum geben sollte. Die geplagten Hausbesitzer würden es danken!

Kino ArsenalTübingen hat u.a. dank Volker Lamm (Museum und Blaue Brücke), Stefan Paul und Egon Nieser (Arsenal und Atelier) eine ausgeprägte Kinokultur. Das Kinoprogramm kann sich mit jeder Großstadt messen und Sonderevents (des Vereins Filmtage Tübingen oder der BEWEGTEN BILDER) bereichern zusätzlich das Angebot. Die Kinoräumlichkeiten sind allerdings zum Teil immer noch bescheiden.

Volker Lamm

Studium Generale im Kupferbau. Gratis und perfekte Weiterbildung am frühen Abend. Und man trifft auch nette Leute. Früh kommen, die Veranstaltungen sind meist gut besucht. Parken neben dem Kupferbau und in der Gmelinstraße entlang des Stadtfriedhofes. Einige Vorlesungen gibt es auch als Videos im Internet.

Sternwarte mit KaffeehausAuch die Sternwarte in der Waldhäuserstr. 70 ist ein guter Platz, um zu lernen (siehe auch die Homepage des Astronomischen Instituts der Universität Tübingen) und neuerdings auch, um zu genießen.

VHS Gebäude im LorettoDie Volkshochschule (VHS) ist in der Südstadt, im Loretto, Katharinenstr.18. Deren Termine korrespondieren mit den Schulferien, nicht mit den Semesterferien der Uni. In VHS Kursen und Reisen kann man leicht gleich interessierte Menschen kennen lernen!

Da ehemalige Bewohner (Kekse) des Leibnizkollegs danach fragen: Das Leibniz Kolleg Tübingen existiert immer noch unverändert in der Brunnenstraße 34.

Leibniz Kolleg Tübingen, Blick von Dach des Parkhauses gegenüber. am 2.3.2001

Viele ausländische Besucher lernen in Tübingen deutsch, im SIT, dem Sprachinstitut Tübingen, in der Südstadt. Im d.a.i., dem Deutsch-Amerikanischen Institut in der Karlstr. 3, findet man die USA - Oase in Tübingen. Das französische Gegenstück ist das Institut Culturel Franco Allemand, das Deutsch-Französische Kulturinstitut in der Doblerstr. 25. 

Hochschule für Kirchenmusik in der Gartenstraße in TübingenSeit 1998 ist auch die Hochschule für Kirchenmusik (HKM) in Tübingen, im wunderschönen Schwabenhaus, neben dem Neckarmüller in der Gartenstraße 12.

Eine wunderbare, kulturelle Einrichtung ist die Samstagsmotette in der Stiftskirche. Jeden Samstag um 20h, außer in den Sommerferien, und gratis. Und fast immer mit einem hörenswerten, geistlichem Musikprogramm. Die Motette ist ein guter Ersatz für den Sonntaggottesdienst. Die schon von Papst Leo IX. dem St.Georg geweihte Kirche wird auch als Konzertsaal genutzt und man sollte sich auf ihrer Homepage vor allem auch die Fotos des virtuellen Rundgangs anschauen.

Freunde des Gesangs finden leicht Kontakt in einem der vielen Chöre. Die Auswahl ist riesig. Einfach zu den Konzerten gehen und die ChorleiterInnen ansprechen. Fast überall werden Sänger gesucht.

Jugendkonzert bei der Stiftskirche in TübingenTübingens Musikszene wird gerne unterschätzt, vor allem weil die Tübinger Kopfmenschen ihr Geld eher für Bücher als für Musik ausgeben. Aber die lokale Musikszene ist riesig, ihr Potenzial könnte bei entsprechender Förderung wesentlich besser ausgeschöpft werden.

Neuer Botanischer Garten zwischen Morgenstelle und Wanne in TübingenNeuer Botanischer Garten, seit 1969 auf der Wanne. Besonders interessant ist der im Fuchs-Jahr 2001 neu gestaltete Arzneipflanzen- und Heilkräuter-Garten. Mit dem Bus 5 oder zu Fuß durch das sehr schöne Elysium mit dem Mittelpunkt Baden-Württembergs gut zu erreichen. Zu jeder Jahreszeit attraktiv, auf 10 ha Fläche kann man kostenlos 12000 Pflanzen, von den Tropen bis zum Alpinum, bewundern. Er bietet sich auch nach einem Kunsthallenbesuch als Ziel eines schönen, ebenen Spaziergangs an. Er schließt aber schon früh!

Im Jahre 2001 wurde des berühmten Botanikers Leonhart Fuchs ("Fuchsie") 1501 - 1566 gedacht. Wer das nächste Mal am Kräuterbuch beim Nonnenhaus vorbeigeht, kann einen Blick in den kleinen, aber liebevoll eingerichteten Kräutergarten werfen. Überall in der Stadt, besonders auffällig an der Neckarbrücke, war der prächtige Fuchsienschmuck zu bewundern. Ein großes Lob an die Initiatoren, sie haben Tübingen wirklich attraktiver gemacht.

Die Studis schätzen das Angebot vom Zentrum Zoo (Schleifmühleweg 86) und vom Sudhaus. Ein alternatives Angebot hat das Depot (in der Eisenbahnstraße). Im Sudhaus (Hechingerstr. 203) wird auch das Programm der Wüsten Welle gemacht. Mehr Infos zum Tanzen, das in Tübingen eine große Rolle spielt, gibt es auf einer eigenen Seite. Übrigens, der SWR Sender sammelt Tübinger Geräusche! Eine lobenswerte Sache, vor allem für jene, die von Heimweh nach Tübingen geplagt werden.

Tübinger Gogenwitze

Es gibt inzwischen 3 Gogenwitze CDs, erhältlich u.a. bei Amazon oder in Tübingen beim RIMPO, hier sind die Links dazu:

Gogenwitze 1
Gogenwitze 2
Gogenwitze 3

Das Original-Buch Tübinger Gogenwitze von Heinz-Eugen Schramm und eine Kostprobe von der Spasspost.

Die Kulturhalle beim NonnenhausIm Parterre des Kulturamts, der Kulturhalle, Nonnengasse 19, gibt es in unregelmäßigen Abständen Sonderausstellungen. Der Einbau einer Fußbodenheizung im Herbst 2001 hat die Kulturhalle wesentlich besser nutzbar gemacht. Jetzt fehlen nur noch ein akzeptabler Eingangsbereich und eine etwas ansprechendere Fassade! (Die Kulturhalle ist immer noch ziemlich unbekannt, sie ist neben der Stadtbücherei, beim Nonnenhaus! Früher war in diesem Raum übrigens die Elektrozentrale des ersten Tübinger Kraftwerks.)

Kuglergrab am StadtfriedhofBesuche den alten Stadtfriedhof neben dem Kupferbau. Nicht nur die Gräber berühmter Persönlichkeiten, sondern auch das Grabfeld X. Der Stadtfriedhof ist ein zentrales Kulturdenkmal und eine der gepflegtesten Anlagen Tübingens. Er steht nach langem Hin und Her weiterhin der Tübinger Bevölkerung als aktiver Friedhof zur Verfügung.

Holzfigur beim BVVDie originellen Holzfiguren in der Stadt (z.B. beim BVV ) stammen aus der Hand und Kettensäge von Manfred Martin (*1956), Sudhaus, Hechinger Str. 203, 72072 Tübingen. fon 07071 - 760 977.

Die Jakobuskirche als Zentrum des Markts der MöglichkeitenDurchaus interessant ist auch das Kunsthandwerk, das sich nicht nur in Geschäften (wie Töpfereien) präsentiert, sondern auch bei häufig stattfindenden Kunstmärkten (meist rund um das Nonnenhaus oder beim Markt der Möglichkeiten an der Jakobuskirche) seine Produkte zeigt. Wer kompetente Gesprächspartner für die Tübinger Kunstszene sucht, unterhält sich mit Frau Wenke, fragt Michael Raffel oder wendet sich an den Fachbereich Kultur (früher Kulturamt, mit der neuen Leiterin Daniela Rathe). Viel erfährt man auch im Kulturnetz Tübingen, dem Portal für Kunst und Kultur in Tübingen, mit dem sich regelmäßig treffenden, für alle offenen Runden Tisch Kultur. Szenetreffs sind tagsüber das Piccolo (Metzgergasse 39, gegenüber vom Nonnenhaus am Ammerkanal) und abends das Centrale (Doblerstraße 10, etwas unterhalb vom Kunstamt, in der Doblerstraße 21).

Gedenktafel an Alzheimer an der Mensa Prinz Karl in der HafengasseViele Denkmäler und Inschriften zeugen von der großen und langen Kulturgeschichte Tübingens. Vor allem die Universität hat überall ihre Spuren hinterlassen(z.B. auch im Karzer in der Münzgasse. Er ist meist geschlossen, dafür kann man ihn virtuell besuchen). Es lohnt sich beim Spazieren gehen die Namen dieser Menschen (z.B. Alzheimer) zu notieren und dann im Lexikon über die mehr oder weniger noch heute berühmten Persönlichkeiten nachzulesen.

Hölderlinturm in TübingenNicht allen erwähnenswerten Denkern, Dichtern und Künstlern wurde - wie bei Hölderlin - ein Turm mit eigenen Gedenkräumen eingerichtet (Hölderlin-Gesellschaft e.V.).  Wer sich für spezielle Bereiche der Kunst- und Kulturgeschichte Tübingens interessiert, wird auf die Literatur zurückgreifen müssen! Wichtige Kulturträger sind auch in Tübingen internationale Klubs, wie Lions, Rotary, Round Table, Schlaraffia und Soroptimist.

Einladungen zu Tübinger Kultur-Events sind übrigens auch schöne Geschenke für Verwandte und Bekannte aus dem Umkreis. Da Informationen und Tickets außerhalb der Stadt Tübingen nicht immer leicht zu bekommen sind, kann man sich als Ortskundiger hier verdient machen und nicht nur den Gästen, sondern auch sich selbst einmal einen gemeinsamen, schönen Abend oder ein schönes Wochenende bereiten.

Hat nun Tübingen genügend Freizeit- und Kulturangebote? Sicher, für eine Kleinstadt mit etwa 90.000 Einwohnern ist das Angebot überwältigend, aber für die Ansprüche von den immer anspruchsvolleren StudentInnen wird es wahrscheinlich nie reichen. Viele von ihnen denken bei Tübingen sofort eher an Trübingen, manche greifen zur Selbsthilfe und andere resignieren. Wie heißt es so schön: Woanders geht man aus, in Tübingen geht man weg. Besonders Jugendliche kommen nicht auf ihre Kosten, ihre Bedürfnisse werden vernachlässigt. Schade, wie sollen sie dann später ihre Stadt mögen?

Für weitere Hinweise bin ich stets dankbar.

© (P) 2010 Otto Buchegger Tübingen                             tuepps.de/kultur.html