Der Jakobsweg und Tübingen

Das Kennzeichen des JakobswegsEinige Tübingerinnen und Tübinger sind ihn schon gegangen, den Jakobsweg, den mittelalterlichen Pilgerweg quer durch Europa. Meist von Le Puy beginnend geht der Sentier de Saint-Jacques vorbei am Massif Central, dann über die Pyrenäen und Nordspanien bis zum heiß ersehnten Ziel in Santiago de Compostela. Und sie wissen auch, dass ganz Süddeutschland mit einem Netz von Jakobswegen überzogen war, die sich letztendlich in Le Puy vereint haben. Wer aber diese Wege heute gehen will, wird immer noch einige Probleme haben, eine entsprechende, durchgehende Beschilderung vorzufinden.

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Dies hat sich nun zumindest für Tübingen am 25.7.2004, dem Jakobustag dieses Jahres, geändert. Inzwischen wurde auch das letzte Stück zwischen Rothenburg und Rottenburg in Tübingen geschlossen. Über Winnenden, Esslingen, Bebenhausen, Tübingen und Wurmlingen führt der Weg und schließt so eine Lücke im europäischen Netz. Pfarrer Karlfriedrich Schaller von der Tübinger Jakobusgemeinde hat dies mit einigen lokalen Helfern ermöglicht. (Den Führer dazu kann man für 10€ auf www.occa.de bestellen!)

Bei der Jakobuskirche in der Altstadt von Tübingen

Auf Tübinger Gebiet ist der Camino de Santiago im wesentlichen identisch mit dem HW3 des Schwäbischen Albvereins, dem Haupt-Wanderweg Baden-Württemberg Main-Neckar-Rhein. Aus Esslingen kommend geht es von Einsiedel nach Bebenhausen, von dort über Waldhausen und die Wanne zum Mittelpunkt von Baden-Württemberg und über den Frondsberg/Föhrberg in die Altstadt zur Jakobuskirche. Von der Jakobuskirche über den Marktplatz zum Schloss, über den Spitzberg zur Wurmlinger Kapelle und über Wurmlingen nach Rottenburg. Von Rottenburg wurde der Jakobsweg schon 2003 weiter über Weggental nach Horb ausgeschildert.

Der kleinste Dom Deutschlands - St.Martin in Rottenburg

Der Europarat erklärte 1987 den Jakobsweg zum ersten europäischen Kulturweg. Es war höchste Zeit, dass er jetzt auch die Kulturstadt Tübingen berührt. Der Weg ist als Wanderweg konzipiert, aber große Teile sind auch mit den Rad fahrbar.

Als umweltfreundliche Stadtmarketing-Aktivität hat der Jakobsweg auch in Tübingen Unterstützer für dieses Projekt gefunden. Einige Beherzte haben schon sich schon für die notwendigen Arbeiten ehrenamtlich zur Verfügung gestellt. Und der örtliche HGV hat dankenswerterweise schnell seine Unterstützung für einen Teilbetrag der Kosten zugesagt und beweist hier wieder einmal sein vielfältiges Engagement für Tübingen und seine Bürger.

Am 22.4.2004 wurde das erste Schild bei der Jakobuskirche angebracht

Waren früher religiöse Erbauung bis zur Sühne für Verbrechen wichtige Gründe sich auf den Jakobsweg zu machen und war es für viele ein gefährlicher Weg ohne Wiederkehr, so werden heute eher das zielgerichtete Wandervergnügen, aber auch das Bekenntnis zu christlichen Traditionen im Vordergrund stehen.

 Santiago Fresco im Südschiff der Stiftskirche Tübingen, nicht frei zugänglich, bitte den Mesner danach fragen

Jakobuswege führen heute - im Gegensatz zu anderen Wanderwegen - in der Regel nur in eine Richtung (nach Santiago). Die Beschilderung ist so, dass man immer in jene Richtung geht, in der sich alle Strahlen der Sternmuschel treffen, im Beispiel unten würde der Weg nach links gehen. Die Teilstücke sind so angelegt, dass man sie in Abschnitten gehen kann und mit öffentlichen Verkehrsmitteln wieder leicht zurückkommt. Da der Weg in Nordspanien schon sehr bekannt ist, erfreut sich das Wegenetz in Deutschland zunehmender Beliebtheit.

Beschilderung des Jakobswegs, hier geht es nach links!

Speziell die Abschnitte um und in Tübingen sind landschaftlich außerordentlich reizvoll oder kulturell hochinteressant. Die Jakobuskirche selbst ist das beste Zeugnis für die Blütezeit der Pilgerbewegung nach Santiago und Tübingens Altstadt hat mit ihr eine gute Chance, auch in Zukunft wieder Menschen aus einem weiten Umkreis ihre Schönheiten zeigen zu können.

Der Jakobsweg von Rothenburg o.d.T. bis Rottenburg a.N. zielt hauptsächlich auf den Kinzigtäler Jakobusweg, der direkt über Frankreich nach Spanien führt, siehe dazu http://people.freenet.de/Jakobusgruppe.Horb/Rottenburg.htm und http://www.jakobusweg.com/. Wer über die Schweiz gehen will, hat in Rottenburg als Alternative den Beuroner Jakobsweg über Beuron nach Einsiedeln.

Auf www.occa.de  ist der komplette Weg von Rothenburg bis Rottenburg und in der Fortsetzung von Rottenburg bis Thann beschrieben. Hier sind Informationen zur Tübinger Jakobuskirche.

Der Himmel des Chors der Jakobuskirche Tübingen

www.tuepps.de/jakobsweg.html


Jakobsweg Tübingen Detailbeschreibungen

www.occa.de, Abschnitt Tübingen

Arbeitsgemeinschaft der baden-württembergischen Jakobsweginitiativen

"Pilgern vor der Haustür" von Beate Steger


Abschnitt Einsiedel bis Bebenhausen

Der Jakobsweg beginnt beim Jagdschloss Einsiedel, das an Sonn- und Feiertagen im Sommer auch bewirtschaftet wird. Selbstversorger-Gruppen könnten hier auch übernachten, aber nur nach Anmeldung.

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Über das Hofgut gelangt man an eine wenig befahrene Straße, den Bebenhauser Weg, dessen Westseite von vielen Linden geschützt wird. Es geht Richtung Nordwesten immer geradeaus auf den Schönbuch zu. Es lohnt sich immer wieder einen Blick zurück zu werfen. Die Schwäbische Alb und die Achalm sind bei schönem Wetter von dieser freien Anhöhe bestens zu sehen.

Am Waldrand kommt man auf die Einsiedler Straße, die dann ebenfalls schnurgerade im Wald nach Westen führt. Hier trifft man wieder auf den Hauptwanderweg 3 des Schwäbischen Albvereins  (HW3), der Einsiedel gemieden hat. Von nun an folgt der Jakobsweg stets dem HW3 bis nach Tübingen.

Parallel zur Einsiedler Straße geht der Wanderweg bis zur Kreisstraße K6912. Kurz vor der Kreuzung, die "Bei der Zeitungseiche" heißt, ist im Westen die Waldklause Henne (Pfrondorf), die - falls sie geöffnet hat - zum Einkehren einlädt.

Waldklause Henne Pfrondorf

Nach dem vorsichtigen Überqueren der Kreisstraße Tübingen - Dettenhausen tritt man in den geschützten Bereich des Naturparks Schönbuch ein. Schnell verliert sich nach dem Übertreten des Gatters der Straßenlärm, der erst kurz vor Bebenhausen wieder kommen wird.  Man wird viele Wanderer und Radfahrer in diesem wunderschönen, großen Waldgebiet treffen.

Sowohl der HW3, als auch der hier identische Jakobsweg führen stets nach Westen, aber nicht immer geradeaus, sondern auf verschlungenene Waldwegen, die alle originelle Bezeichnungen führen, aber dann fast bis Bebenhausen die Einsiedler Straße ist. Zuerst geht es abwärts ins Kirnbachtal, dann wieder leicht aufwärts an der Mauterwiese und etwas später an einer Waldhütte vorbei ins Tal der lauten B464, die von Dettenhausen nach Bebenhausen führt.

Kurz vor Bebenhausen, nach dem Ausweichparkplatz Pfeifferstein, sieht man im dichten Wald einen eher unscheinbaren Monolithen, den König-Wilhelm-Stein. Von hier sind es nur noch wenige Meter hinunter zur Kreuzung nach Bebenhausen.

In Bebenhausen halten die Buslinien 826 und 828, die Tübingen mit dem südlichen Stuttgart verbinden.


Abschnitt Bebenhausen - Tübingen Jakobuskirche


Von Bebenhausen über die Wanne und den Geographischen Mittelpunkt BWs in die Altstadt von Tübingen (etwa 6km)

Bebenhausen liegt im Goldersbachtal, inmitten des Naturparks Schönbuch. Es ist der kleinste Teilort Tübingens. Nach dem Überqueren der B464 kommt man in die Schönbuchstraße.

Es lohnt sich, einen kleinen Rundgang durch die schon lange aufgelassene Klosteranlage zu machen. Immerhin war Bebenhausen nach dem 2. Weltkrieg für einige Zeit sogar der Regierungssitz von Württemberg.

Bebenhausen im Naturpark Schönbuch in Tübingen

In Bebenhausen kreuzt man den HW5 „Schwarzwald-Schwäb.Alb-Allgäu“. Der kleine Ort beherbergt auch das einzige Sterne-Restaurant Tübingens (das „Waldhorn“, direkt an der Straße). Ebenfalls nobel ist der „Hirsch“, Wanderer kehren vorzugsweise in der „Sonne“ ein, die in der Schönbuchstraße 15 etwas abseits liegt und auch Fremdenzimmer hat.

Über die kleine Goldersbachbrücke geht es zuerst „Am Ziegelberg“ und später auf einem eigenen Wanderweg (HW3) ziemlich steil den Berg hinauf. Man kreuzt eine kleine Straße („Rittweg“, ist im Winter für den KFZ Verkehr gesperrt) und kommt dann fast schon auf der Anhöhe zu zwei Waldparkplätzen.

Hat man es sehr eilig, ist das Wetter schlecht oder wird es bald Nacht, dann kann man von hier immer gerade aus über die Waldhäuserstraße, später Ob.Schillerstraße und Hohe Steige auch zur Calwer Straße kommen. Dieser Straßenzug lässt sich mit dem Wanderweg nicht vergleichen, aber dafür kommt man an zwei Restaurants und an der Sternwarte vorbei.

Noch bevor man aufs freie Feld kommt geht man westwärts den „Waldökologie- Lehrpfad“ immer am Waldrain entlang, bis zum „Steinigen Weg“, der aus dem Goldersbachtal hochkommt und vor allem für die Reiter reserviert ist, die man in diesem Bereich häufig antrifft, weil sich in der Nähe Tübingens Reitanlage befindet. Die vielen Schautafeln laden zum Lesen ein.

 Der Steinige Weg auf dem Jakobsweg in Tübingen

Mit dem „Steinigen Weg“ bewegt man sich südwärts auf einer großen freien Fläche auf den Weiler Waldhausen zu, ohne allerdings dort auch hineinzugehen. Schon bei der ersten Möglichkeit auf dem Scheitel dieses weiten Feldes geht man nach Westen auf das Waldstück (des Naturparks Schönbuchs, der hier an die Stadt angrenzt) zu. Achtung, diese Abbiegung ist schlecht beschildert und man ist versucht, hier gerade aus zu gehen, aber ein gelber Pfeil auf der Straße zeigt den Verlauf des Jakobswegs an. Auf diesem Höhenweg (eigentlich „Alleenweg“, aber die Allee existiert schon lange nicht mehr) hat man eine traumhafte Fernsicht auf die Schwäbische Alb, vom Rossberg bis zur Burg Hohenzollern.

Höhenweg (Alleeenweg) in Tübingen Waldhausen

Am Ende des Höhenwegs trifft man auf den „Maronenweg“, der direkt zum Stadtteil Wanne führt. Man überquert den „Heuberger Tor Weg“, hält sich dann links, geht über eine Treppe und eine (hässliche) Unterführung zur „Hartmeyerstraße“. Plötzlich ist man in einem Wohngebiet, kann sich dort auch mit Lebensmitteln eindecken und ist ganz in der Nähe der weltberühmten Tübinger Kunsthalle.

Man biegt „Beim Herbstenhof“ Richtung Süden ab, vorbei am Luise-Wetzel-Stift, (einem Tübinger Altersheim, in dem man im Notfall auch auf die Toilette gehen kann) und geht dann auf den Ursrainer Weg in ein romantisches Tal, das die Tübinger Elysium nennen.

Kaum ein Umweg ist der Besuch des Botanischen Gartens, der gratis besucht werden kann. Beim Luise-Wetzel-Stift nach Westen den Luise Wetzel-Weg gehen. Nach dem Besuch von dort direkt ins Tal, wo man wieder auf den HW3 trifft.

Bald sieht man das Geographische Zentrum Baden-Württembergs, mit folgendem Schaubild:

Der geographische Mittelpunkt Baden-Württembergs

um 1830

Die Dichter der Schwäbischen Romantik besingen das Käsenbachtal als ihr Elysium, vergleichen es mit dem „Gefilde der Seeligen“, jenem Aufenthalt der unsterblichen Helden aus der griechischen Mythologie, an dem ein ewiger Frühling herrscht und stets ein kühler Wind weht. Ludwig Uhland spricht von der „stillen Schönheit des Ortes“, vom „Vorschein himmlischen Glücks“.

1839

Ottilie Wildermuth besucht das Tal „an einem schönen goldenen Mai“ und notiert: „ ein bißchen Bächlein und Büschlein und Weglein und Steglein, hier und da ein philisterhaftes viereckiges Gartenhäuschen“ konnte „unter einem Blütenbaum“ dann „endlich doch göttlich schwärmen“.

1980

Das Stuttgarter Landesvermessungsamt kommt mit Hilfe eines Digitalisierungsverfahren und eines juristischen Gutachtens zu dem Schluss, dass der geographische Mittelpunkt des Landes Baden-Württembergs genau hier – Im Käsenbachtal - liegt. Den Anstoß zu dieser Recherche gibt der Süddeutsche Rundfunk.

1986

Im Rahmen der Landeskunstwochen wird der baden-württembergische Mittelpunkt durch ein kleines Monument markiert. Der leicht geneigte Kegel soll als „Nabel des Landes“ leicht ironisch vermerken, dass sich alles um Tübingen dreht.

2002

Der Platz um den Mittelpunkt wird behutsam neu gestaltet, mit Bänken versehen und der Öffentlichkeit übergeben. Die Mittel hierzu stellt die Tübinger Bürgerstiftung bereit.

Geographischer Mittelpunkt von Baden-Württemberg im Käsenbachtal (Elysium) in Tübingen

Die Universitätsstadt Tübingen dankt allen Beteiligten, die mit Ideen, Tatkraft und finanzieller Unterstützung zum Landesmittelpunkt beigetragen haben. Der Entwurf des Gedenksteines stammt von Dr. Rolf Nill. Ausführung: Heinrich Krauß, Steinmetz. Material: Muschelkalk

Am Ende dieses romantischen Käsenbachtals hört die HW3 Markierung auf. Von hier führen alle Wege in die Innenstadt. Am besten geht man aber an der Bushaltestelle 5 „Quenstedtstraße“ einige Meter den „Breiten Weg“ bergauf(!), vorbei am Blumenbrünnele bis zur Haltestelle „Frondsbergstraße“, überquert dort den „Breiten Weg“, geht durch eine Unterführung unter die viel befahrene Schnarrenbergstraße die „Frondsbergstraße“ entlang, immer in Richtung Süden und Altstadt.

Wenn man auf die „Calwer Straße“ trifft, sollte man einige Schritte über die Brücke gehen, von dort hat man einen guten Überblick über die Altstadt und das Schloss. Hier sieht man auch zum ersten Mal im Tal die von außen etwas unscheinbare Jakobuskirche, die man an dem kleinen, kupfergrünen, spitzen Türmchen erkennt.

Geht man weiter die Treppen hinunter, kommt man nach wenigen Metern zum Föhrberg. Hier lohnt sich ein Mini-Abstecher (die 14 Stufen hoch und dann gleich links), um über den Zaun in den Garten des Ugge-Bärtle-Museums zu schauen.

Weiter geht es den Berg hinunter, vorbei an der Volksbank. Wir überqueren den Kelternplatz, gehen weiter die Schmiedtorstraße und in der Madergasse biegen wir zur Jakobuskirche ab, dem Ziel dieser Etappe.

Jakobuskirche in der Altstadt von Tübingen

In Tübingen findet man alle Möglichkeiten für eine Übernachtung vor, von der zentrums-nahen Jugendherberge bis zum Luxushotel. Buchen kann man diese entweder direkt oder durch den Bürger-und Verkehrsverein. Interessantes über Tübingen ist auf den TUEPPS, Anschlüsse für die Zugverbindungen findet EFA.

 

 


Abschnitt Tübingen Jakobuskirche - Rottenburg

Von Tübingen über das Schloss, den Spitzberg und die Wurmlinger Kapelle bis Rottenburg (etwa11,5km)

Von der Jakobuskirche geht es über die Jakobsgasse zur Kornhausstraße ins Zentrum der Altstadt, mit vielen interessanten Läden. Vorbei am Stadtmuseum im Kornhaus die steile Marktgasse hinauf zum Marktplatz (mit Rathaus und öffentlicher Toilette). Die meisten machen aber noch einen kurzen Abstecher zur Stiftskirche.

Hinweis auf Jakobus in der Stiftskirche Tübingen

Jakobus im Chor der Stiftskirche Tübingen

In der „Silberburg“ am Marktplatz kann man Tübinger Souvenirs kaufen. Von dort ist der kurze Weg zum Schloss gut ausgeschildert.  Es geht ständig ziemlich steil bergauf. Nach dem ersten Schlosstor sollte man unbedingt die Aussichten nach allen Richtungen genießen.

Das zweite Schlosstor von Hohentübingen

Durch das zweite Schlosstor geht es in den Innenhof des Schlosses, das heute ausschließlich ein Universitätsgebäude ist. Oft locken interessante Ausstellungen im Schlossmuseum. Im Westflügel des Schlosses ist eine Toilette (gut auch zum Nachfüllen der Wasserflasche), direkt links daneben ein ganz unscheinbarer Durchgang „Zum Schänzle“, den man gehen muss, um auf den Spitzberg westlich zu kommen.

Bevor man sich allerdings durch den engen Tunnel zum Schänzle durchschleicht, sollte man die Treppe links davon für einen Mini-Abstecher hochsteigen. Auf der Süd-Seite oben hat man einen der schönsten Blicke Tübingens ins Neckartal.

Wieder zurück, geht es wie bei einer richtigen Burg durch einen weiteren Durchgang hinunter zum Burggraben, danach gleich wieder hinauf zur „Schlossbergstraße“, die wir in ganzer Länge abgehen. Auf halben Weg steht rechts der „Goetheturm“.

Nach dem Überqueren des „Burgholzweges“ geht es weiterhin den „Lichtenberger Weg“ sanft bergauf bis zum Bismarckturm. Vor dort hinunter zu einem Parkplatz, der am Ende des Burgholzweges, auf den man hier wieder trifft, liegt. Von hier ab geht man ständig im Wald, meist auf dem First des Spitzberges bis zum Fuß der „Wurmlinger Kapelle“.

Die Wurmlinger Kapelle

Es gibt viele Abzweigungen von diesem Weg, aber solange man auf dem First oben bleibt, kommt man immer zur Wurmlinger Kapelle im Westen. Der HW3 ist hier nicht eindeutig beschildert, es kann sein, dass man auf ihm einen (sehr schönen) Umweg über die Hirschauer Weinberge macht. Den Kapellenberg sollte man unbedingt besteigen, auch wenn man leichter darum herum gehen kann, die Sicht von der Wurmlinger Kapelle ist einfach berauschend schön.

Man geht über den unteren Friedhof (dort kann man wieder die Wasserflaschen auffüllen) den Kreuzweg hinunter, vorbei am Gasthaus zur Wurmlinger Kapelle (das allerdings vielleicht immer noch wegen Krankheit geschlossen ist) bis zur Pfarrkirche im Ort Wurmlingen, die man schon die ganze Zeit gesehen hat.

Pfarrkirche St.Briccius in Wurmlingen

Von Wurmlingen ist der Weg nach Rottenburg auf einem weiten, gut übersehbaren Gebiet leicht zu finden. Im Frühjahr zur Baumblüte ist dieser Abschnitt besonders attraktiv. Historisch war dies die Porta Suebica, die Schwäbische Pforte. Kurz vor dem Ortsbeginn von Rottenburg sieht man nach der Unterquerung der L361 südlich etwas enfernt eine Kirche, die Sülchenkirche, die auf ganz altem Siedlungsgebiet steht und die bis heute die Grablege der Rottenburger Bischöfe ist.

Zwischen Wurmlingen und Rottenburg. Links die Sülchenkirche

Die Kennzeichnung des Jakobsweges ab RottenburgWeiter geht es immer gerade aus bis zur Rottenburger Domkirche St. Martin, dem Ziel dieses Abschnitts. Kurz vor dem Dom auf der Königstraße trifft aber trifft man schon auf den Jakobsweg-Abschnitt Rottenburg-Horb, der über das Weggental führt und der durch die stilisierte Muschel rechts gekenzeichnet ist. Im Gegensatz zu Tübingen war Rottenburg bereits zur Römerzeit besiedelt und kann entsprechende Ausgrabungen vorweisen.

Im zentralen Eiscafe by RINO in der Marktgasse 6 wartet übrigens auf Jakobspilger eine kleine, erfreuliche Überraschung!

Micolina Luciano vom Eiscafe by Rino in Rottenburg hat ein Herz für Jakobspilger

In Rottenburg trennt sich der Jakobsweg endgültig vom HW3. Anschlüsse für die Zugverbindungen findet EFA.

Dieses Teilstück wurde am 22.4.2004 von dem bewährtem Team Hans-Jörg Bahmüller und Robert Maier, unter Mithilfe von Johannes Wolfgang Franzke und Otto Buchegger aus Tübingen, ausgeschildert.


Seit November 2006 gibt es nun die schon lange erwartete Fortsetzung von Rottenburg am Neckar bis Thann im Elsass. Mit den Texten und Bildern von Renate Florl und Hans-Jörg Bahmüller, ich gleichen handlichen Format, wird man quer durch den Schwarzwald und die Rheinebene geführt. Bestellen kann man auch diesen Führer wieder über www.occa.de.

Details für die Übernachtung in Frommenhausen.


Pilgern nach Santiago de Compostela lautet des Zauberwort unserer Zeit. Das neue Buch von Dr. Fredy Meyer folgt den Spuren der Jakobsverehrung zwischen Tübingen und Konstanz und führt anhand detaillierter Wegbeschreibungen und reichhaltigen Informationen zu Geschichte und Kunst durch die alte Kulturlandschaft unserer Heimat.

Du stellst meine Füße auf weiten Raum. (Ps. 31,9)

Jakobswege zwischen Neckar und Bodensee

Erschienen 24. September 2007, 240 S., über 200 Abb., 11,8 cm x 21 cm, Preis: 19,90 €, ISBN 978-3-921413-96-8, erhältlich im Buchhandel


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