Wer so viel wie ich über die Vorzüge einer Stadt berichtet, sollte auch auf die Gefahren hinweisen, die die Besucher oder Neubürger erwarten können, wenn sie nach Tübingen kommen. Diese Seite dient aber nicht nur der Warnung für Fremde oder Zugezogene, sondern sie soll auch den Verantwortlichen der Stadt und der Universität etwas die Augen öffnen, damit es nach einem eventuellem Unglück nicht wieder lakonisch heißen kann: Sie konnten das Unglück nicht vorhersehen und es war auch nicht zu vermeiden. In Zukunft muss es heißen: Sie waren gewarnt und bestens informiert, aber sie haben es dennoch versäumt, für die Sicherheit der Bürger und Besucher zu sorgen und sie sollen dafür auch zur Verantwortung gezogen werden. Ich gehe hier nicht auf die Trivialgefahren ein, die in jeder Stadt ein Problem werden können, besonders wenn sie liberal sein will, wie Diebstahl durch Beschaffungskriminalität oder andere Delikte, die nicht nur für Tübingen typisch sind. Hier sollen nur die ganz spezifischen Gefahrenbereiche angesprochen werden. 1. Die Mühlstraße nach der RenovierungBis auf die hässliche Dauer-Baustelle am Anfang nach dem Abriss eines Hauses, sieht sie ja wirklich viel besser aus. Aber die herausstehenden Riesenschrauben und Muttern im unteren Bereich sind eine potenzielle, tödliche Gefahr für alle bergab fahrenden Radfahrer. Wer dort stürzt, weil er z.B. vom Verkehr bedrängt wird und mit dem Kopf gegen die messerscharfen Eisenteile stürzt, hat keine Chance, mit oder oder ohne Helm. Für mich ist die renovierte Mühlstraße deshalb eine NO-GO Area, solange diese Schrauben nicht abgesichert werden, z.B. durch eine Gummi- oder Asphaltummantelung. Ich will einfach nicht zuschauen müssen, wie dort permanent Radfahrer bedroht werden. Tübingens ungesichterte Killer - Schrauben in der renovierten Mühlstraße Ganz typisch für Tübingen ist, dass für die Mühlstraße nur der Feinstaub als Gefahr angesehen wird. Denn ihn kann man politisch ausschlachten, obwohl er kaum zu vermeiden sein wird, denn es stammt großteils vom Busverkehr. 2. Tübingens Altstadt - Kopfsteinpflaster zur WinterzeitNicht nur bei Eis- und Schnee, sondern auch nach einem Regen sind diese Wege extrem gefährlich. Unzählige Stürze, Brüche und andere Verletzungen sind offensichtlich kein Argument, sich von diesem Unsinn zu verabschieden. Ich kann daher nur empfehlen, nach Schneefall die Altstadt generell zu meiden. Der Streusplitt versinkt in den Fugen, die Steine bleiben ohne Salz extrem rutschig Selbst bei Großveranstaltungen wie Chocolart oder dem Weihnachtsmarkt wird nicht für die Sicherheit der Wege gesorgt. Wer unbedingt dort sein muss, der soll - wie ich - nur mit einem Bergstock das Wagnis eingehen. Handläufe an steilen Stellen und besseres (Salz-) Streuen würden das Problem entschärfen, aber ohne besseres Pflaster und Begradigung von Schrägen sehe ich keine dauerhafte Entwarnung. Der Trend, kleinteiliges Kopfsteinpflaster zu verwenden, bringt etwas Abhilfe, es ist nicht ganz so gefährlich, wie das alte. Aber auch dieses ist im Winter schlecht zu streuen, weil sich das Streugut wieder in den Fugen verliert. Warum man nicht Asphalt verwendet, das nur die Hälfte kosten würde und wirklich problemlos auch mit Rollatoren oder Rollstühlen benützt werden kann, ist mir unverständlich. Das Argument mit dem "Mittelalter" ist schlicht dumm, keines der heute benutzten Pflaster gab es im Mittelalter in Tübingen. Früher gab es in Tübingen an vielen kritischen Stellen (z.B. Kreuzungen, Treppen) Streugutbehälter. Damit konnte man sich selbst bei Blitzeis helfen. Sie wurden 2010 durch 20 Splitthaufen, die irgendwo im Freien liegen, ersetzt. Ein Witz,der leider viel Schaden angerichtet hat und ich möchte nicht in der Haut des Politikers stecken, die ihn verantworten muss. Ein Mitbürger hat dazu bemerkt: Jetzt versteh ich, was das heißt TÜBINGEN MACHT BLAU: Die Stadtverwaltung ist untätig und die Bürger bekommen blaue Flecken! 3. Die weißen KopfspaltsteineWie sie korrekt heißen, weiß ich nicht, diese scharfkantigen, weißen Riesen-Steinblöcke an Stellen, wo man Autoreifen aufschlitzen will. Aber wer als Fussgänger oder Radfahrer gegen sie knallt und dies auch überlebt, wird sie ein Leben lang verfluchen.
Tübinger Kopfspaltsteine, neu in Lustnau und völlig ohne Notwendigkeit aufgestellt Sie breiteten sich wie ein Krebsgeschwür überall in der Stadt und auch in der Umgebung aus, sowohl auf dem Universitätsgelände, wie im Alten Botanischen Garten oder auf städtischem Boden, wie beim Bürgerheim. Zum Teil wurden sie wieder entfernt, aber ich vermute, nicht um sie ganz aus dem Verkehr zu ziehen, sondern um sie wo anders zu verwenden. Ich würde es sehr schätzen, wenn sie ganz aus dem Stadtbild verschwinden, damit ich diesen Eintrag löschen kann. Tübinger Kopfspaltsteine, hier beim Bürgerheim Wer sich lieber mit Eisen verletzen will, hat beim Bürgerheim ebenfalls Gelegenheit Beim Bürgerheim hat man ihr Aufstellen sogar mit einem Festakt zelebriert, viel zynischer kann man mit der Sicherheit von Senioren kaum umgehen. Ein Initiative, die an der dortigen Stelle eine Boule/Bocciabahn haben wollte, muss sich fragen, ob es überhaupt noch einen Funken Verstand in Tübingen gibt. 4. Die scharfkantigen Bordsteine bei StraßenneubautenIch kann ja verstehen, dass man die vielen alten, scharfkantigen Bordsteine nicht auswechseln oder durch Abrunden entschärfen will, wenn in der Stadtkasse kein Geld ist. Aber dass man bei Neubauten, wie in der Steinlachallee 2010 weiterhin diese mörderischen, scharfkantigen Bordsteine einsetzt, halte ich für extrem bedenklich. Auch hier scheint zu gelten, Hauptsache dem Autohass frönen, Fussgänger oder Radfahrer, die sich dort verletzen, sind selbst schuld. 5. Unbeleuchtete RadfahrerinnenDie weibliche Form habe ich bewusst gewählt, denn es sind überwiegend junge Frauen, die ohne Licht, ohne Reflektoren und oft sogar in dunkler Kleidung des Nachts sich und andere Verkehrsteilnehmer gefährden. 6. Tübinger Radwege, vor allem im WinterDieses Hindernis im Alten Botanischen Garten wurde aufgestellt, weil dort die Radfahrer auf die Wiese ausgewichen sind (die hervorstehende Schraube wurde zum Glück inzwischen ersetzt!). Der Grund dafür ist klar, der Radweg ist viel zu schmal. Anstelle dieses lebensgefährlichen Hindernisses hätte man den Radweg um einen Meter verbreitern müssen. Gefährlicher Radweg im Alten Botanischen Garten Hier kann man deutlich die Priorität sehen, mit der in Tübingen Radwege von Eis und Schnee befreit werden. Straße und Gehweg wurden geräumt, die Radfahrer müssen eben aufs Tauwetter warten. Kein Wunder, dass dann Radfahrer auf den Gehweg ausweichen! Radwege sind auch in anderen Städten Stiefkinder des Verkehrs. Aber in Tübingen, mit einem grünen OB, einer großen grünen Stadtratsfraktion sind sie ein Schlag ins Gesicht für alle, die das Auto meiden wollen. Und so eine Stadt will Vorreiter in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e.V. (AGFK-BW) sein? Viel deutlicher kann man den gravierenden Unterschied zwischen "grüner Ideologie" und "grüner Alltagspraxis" kaum darstellen. Gefährliche Engstelle beim Übergang zu Langen Gasse Wie schlecht es um Tübinger Radwege steht, kann man an der wirklich lebensgefährlichen Lösung an der Europastraße sehen. Dort hat man an einer ohnehin nicht sehr breiten Durchgangsstraße einfach Radwege einmarkiert, ohne Rücksicht auf die Breite der Fahrspuren, die auch für Busse reichen müssen. Dabei wäre dort ein sicherer Extra-Radweg leicht möglich gewesen, zum Teil ist er ja auch schon vorhanden.
Europastraße Tübingen, stadteinwärts, direkt daneben ein sicherer Radweg Werden Radwege endlich neu asphaltiert, dann vergisst man die Banquette aufzuschütten (so passiert am Radweg nach Hirschau, dem Neckar entlang). Wer dort ausweichen muss, stürzt unweigerlich schwer. Die Topographie Tübingens legt nahe, auf Elektrofahrräder, Pedelecs und E-Bikes umzusteigen. Aber mit diesen schlechten Radwegen werden diese Gefährte zu Hochrisikofahrzeugen. Also zumindest immer den Helm aufsetzen, auch wenn er nicht vorgeschrieben ist und l a n g s a m fahren! 7. Unnötige Poller / Absperrpfosten / AbsperrkettenSie sind für unzählige Unfälle, darunter auch tödliche, in Deutschland verantwortlich. Alleine in meinem Bekanntenkreis gab es zwei schwere. Wenn es um Absperrungen im ruhenden Verkehr geht, wie Parken, Schutz von Hauseinfahrten etc. ist gegen sie wenig einzuwenden. Aber in Tübingen sind sie vor allem eine Ausdrucksweise für den Autohass und viel zu häufig im fließenden Verkehr, z.B. auch auf Radwegen anzutreffen. Jeder der sie dort aufstellt, meist auf Druck von Anwohnern, sollte wissen, welch gefährliches Hindernis er damit schafft, die entsprechende Verantwortung übernehmen und vor allem dafür Sorge tragen, dass sie wirklich gut zu sehen sind und es auch eine Vorwarnung gibt. Es muss daher schon wirklich gute Gründe geben, das Risiko einzugehen, dass dort Radfahrer sich zum Krüppel fahren. In Tübingen sehe ich diese Gründe kaum und ich fordere die Stadtverwaltung auf, diese Hindernisse alle zu prüfen und gegebenfalls zu entfernen. Der hier gezeigte Poller wurde Dank der Inititative des ersten Bürgermeisters Michael Lucke nach einem schweren Unfall schon entfernt. Im April 2011, wie zum Hohn gerade in der Woche, als in Tübingen die Bürgermeister der "fahrradfreundlichen Kommunen" tagten, wurde im Ursrainer Weg (das ist der romantische Weg im Käsenbachtal, der beim Mittelpunkt Baden-Württembergs vorbeiführt) eine meist offene Schranke durch mehrere dicht beieinanderstehende, feste Poller ersetzt.
Wer von oben mit dem Fahrrad kommt, sieht diese - trotz Warnschild - nur sehr schlecht. Ich habe hier das Blickfeld bei bestem Wetter fotografiert. Nach einer Kurve, in schneller Bergabfahrt und im Spiel von Licht und Schatten kann man die Poller höchstens erahnen. Gemeinserweise reflektieren auch nur zwei der fünf Hindernisse. Man kann sich vorstellen, wie katastrophal dies alles bei schlechtem Wetter oder in der Nacht aussieht.
Diese Poller müssen umgehend weg. (Die gute Nachricht: Zwei davon sind inzwischen auch weg! Vielen Dank an den Baubürgermeister Cord Soehlke!) Viele weitere müssen folgen, soll Tübingen tatsächlich eine fahrradfreundliche Stadt werden. 8. Verkehrshindernisse zur Beruhigung des AutoverkehrsAuch dieses Mittel ist sicherlich überall anzutreffen, aber so grandiose Fehlleistungen dazu wie in Tübingen wird man kaum woanders finden. Da werden Straßen verengt, aber gleichzeitig keine Radwege angelegt, obwohl man jetzt Platz dazu hätte, sondern man pflanzt Bäume, deren Laub dann zusätzlich für Rutschgefahr sorgen. Die Einfriedungen werden mit scharfkantigen Bordsteinen versehen, damit man auch hier die Autos gefährden kann, ohne zu bedenken, dann man gleichzeitig auch alle anderen Verkehrsteilnehmer trifft. Gar nicht zu reden von den Einsatzfahrzeugen, die nicht mehr durchkommen. Autofahrer müssen auf Gehwege ausweichen und werden zur Gefahr. Wer Musterbeispiele sehen will, die Hechinger Straße in der Tübingen Südstadt ist an Dummheit kaum zu übertreffen. Aber auch die Hartmayer Straße im Norden der Stadt hat ihren Charme, dort führen diese Verkehrsbauten dazu, dass im Winter regelmäßig der Busverkehr zusammenbricht, weil man dann nicht mehr durchkommt. Der große Tübinger Irrtum ist der Glaube, dass Verkehrsbehinderung zur Vermeidung führt. Für manche nicht relevante Spassfahrt mag dies gelten, aber fast der gesamte Verkehr heute ist eine notwendige Lebensader für unsere Gesellschaft und eine Behinderung führt nur zur Verlagerung und im allgemeinen zu mehr Verkehr und vor allem auch zu mehr Schadstoffen. Ich brauche nur an die Millionen unnötig gefahrener Kilometer in Tübingen erinnern, weil es Stadtverwaltung und einige aufgebrachte Bürger verhindert haben, dass es (neben der Mühlstraße) eine effiziente Nordsüdverbindung gibt. Heute ist es dafür zu spät und wir werden weiterhin mit diesem Missstand leben müssen. Aber vielleicht lernen andere Städte daraus! Was Verkehr anbelangt, ist Tübingen kein Vorbild, sondern ein abschreckendes Beispiel. Die Gründe dafür liegen u.a. in der permanenten Finanznot der Stadt, der schwierigen Topographie, dem Egoismus der Bürger, den komplizierten Besitzverhältnissen (große Flächen gehören zur Universität), der Arroganz einiger Politiker und der Unfähigkeit sogenannter Experten! 9. Kundenstopper und andere Stolperfallen für FußgängerDiese Werbetafeln sind in vielen Städten üblich, aber in Tübingen mit den schmalen Gehwegen sind sie ein übles, sehr störendes Hindernis, nicht nur für Sehbehinderte, auch für Menschen, die mehr Platz brauchen, wie Rollstuhlfahrer und Kinderwagenlenker. Kundenstopper, Werbetafeln Leider findet man sie vermehrt auch in Innenräumen. Ganz schlimm finde ich das Nonnenhaus, wo sie mit den Hosenpuppen dazu beitragen, dass es richtig vermüllt wirkt. Dort sind die Passagen nicht mehr frei und ich möchte nicht wissen, was bei einer Panik passiert. Rücksichtslose Rad- und Mopedfahrer beim Eingang zum Nonnenhaus Ganz andere Hindernisse bilden leider auch immer wieder rücksichtlose Rad- und gelegentlich auch Mopedfahrer vor Geschäftseingängen. Auch auf diese Kundenstopper würde ich gerne verzichten. 10. Der SchlossbergtunnelEs sind die herausragenden Rippenbögen in schlecht zu sehender grauer Tarnfarbe, die ihn so gefährlich machen. Wer in schneller Fahrt daran stößt, kann sich schwer verletzen, was auch schon passiert ist. Leider führen auch Glasscherben am Boden dazu, dass man als Radfahrer manchmal ausweichen muss und so die Kontrolle verlieren kann. Man wird diese Probleme nicht leicht abstellen können, höchstens könnte man die Bögen einmal in greller Farbe streichen. Da es gibt keine vernünftigen Ausweichmöglichkeiten gibt, fährt man besser langsam durch. 11. Überfüllte VeranstaltungenEs sind vor allem die nichtkommerziellen Veranstaltungen, u.a. auch von Universität und Stadt organisiert, die oft schrecklich überfüllt sind. Da werden Fluchtwege verstellt, Fluchttüren bleiben geschlossen und es gibt niemanden, der hier einschreitet und Besucher abweist. Wenn ich die Veranstalter auf diese wirklich lebensgefährlichen Missstände aufmerksam mache, ernte ich im besten Fall ein Lächeln, meist aber nur totales Unverständnis. Ich fürchte, man unterstellt mir sogar, dass ich den Veranstaltern den Erfolg nicht gönne. Dabei leben wir hier in einem Erdbebengebiet, es kann also jederzeit zu Panik kommen. Aber dafür Vorsorge zu treffen, scheint niemanden zu kümmern. Warum ist gerade Tübingen mit diesen Fehlleistung so gesegnet? Es wimmelt in Tübingen von "Schützern" aller Art, z.B.
Leider fehlen in dieser Liste die "Menschenschützer". Was jedem mit gesundem Menschenverstand klar sein sollte, nämlich, dass in einer Stadt die Menschen und ihre Sicherheit Vorrang haben, das hat sich in Tübingen noch nicht herumgesprochen. Ein Hund, der unter dem Salz auf winterlichen Straßen leidet, der zählt. Die Oma, die nach einem schweren Fall stirbt, weil die Wege nicht ordentlich gestreut waren, zählt nicht. Ein Käfer ist wichtiger als die Kinder, die wegen ihm auf Sportunterricht verzichten müssen. Die Tübinger haben in ihrem Übereifer das wichtige Ziele der Menschlichkeit aus den Augen verloren. Wer hier zu Schaden kommt, ist in den Augen vieler Tübinger eben selbst schuld. Wer dies im Voraus weiß, wird besser entscheiden können, ob er oder sie Tübingen wirklich besuchen will. Fazit: Als Einheimischer ist am sichersten mit dem Auto unterwegs, am besten mit einem modernen Kleinwagen und wo es geht, mit einem Teilauto. Preiswert ist das Fahren mit dem TüBus, auch relativ sicher, aber auf manchen Strecken bedingt durch miserable Busse und Straßen wenig komfortabel. Bei schönem Wetter und tagsüber ist man zu Fuss gut unterwegs. Das Radfahren genießt man problemlos nur in der warmen Jahreszeit, bei gutem Licht tagsüber, bei trockenem Wetter und in der Umgebung Tübingens. |
In Tübingen
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